Historisches Fanpage-Archiv

„Küstenwache“ dreht Miami Vice

Vamos A La Playa

25. August 2010: Wetter: 11 Grad Lufttemperatur, begleitet von kalten Schauern. Zunehmend starker Wind.

„Oh nein!!“ sagt Stephanie Polo, die Kostümbildnerin. „Heute sind Shorts und Bikini-Oberteile angedacht.“ Bei diesem Gedanken ziehen wir die Köpfe ein und möchten am liebsten ganz tief in unsere herbstlichen Jacken eintauchen. Besser wären Pelze hier in Pelzerhaken.

Aber da hilft kein Zittern und kein Zagen. Uwe Großer hat bereits auf dem holperigen Strand eine absolut waagerecht liegende Schiene ausgebracht. Das Filmteam ist bereit.

Die DLRG überwacht das fröhliche Treiben der Badenden.

Zahlreiche Komparsen „genießen“ diesen „herrlichen“ Strandtag. Der Regen hat eine Pause eingelegt. Die Regie muss sich mit einem Megaphon Gehör verschaffen. „Alle bitte ausziehen und auf die Plätze. Wir drehen. Und bitte!“

Noch sitzt Annekathrin Bach im schützenden Set-Zelt.

Dann muss sie mit Andreas Arnstedt am Strand Streife gehen. Die warmen Jacken sind bei dieser Probe noch in Ordnung.

Während einer technischen Pause beobachten Annekathrin Bach und Siggi Busza etwas misstrauisch den Himmel.

Dann kommt Andreas Arnstedt dazu und erzählt mit viel Temperament eine offenbar lustige Geschichte.

Nun ist auch Rainer Basedow am Set und freut sich über all die freundlichen Begrüßungen der Team-Mitglieder. Er hat – dem heutigen Strandleben entsprechend – ein sehr fröhliches Hawaii-Hemd an und einen Strohhut dabei.

Nun wird es ernst: Annekathrin Bach und Andreas Arnstedt kommen in ihren Sommer-Uniformen den Dünenweg entlang und beginnen ihre Streife. Dabei bläst ihnen der Wind kräftig ins Gesicht.

Sie gehen zu einem Strandkorb und sprechen mit jemandem.

Noch scheint die Sonne, aber wenn Sie dieses Bild aufmerksam anschauen, können Sie schon an der Farbe der See und des Himmels im Hintergrund erkennen, dass sich da wieder etwas zusammenbraut.

Für all die Komparsen heißt es bei der nächsten Einstellung immer wieder:

„Achtung! Bitte alle ausziehen und in Position gehen! Wir drehen! Und bitte!“

und manchmal schon nach wenigen Sekunden:

„Aus! Alle wieder anziehen!“.

Und dann kommt‘s hammerhart: Ein eisiger Graupelschauer, angetrieben von einem stürmischen Wind mit 7 bis 8 Beaufort, pfeift genau senkrecht über die Strandidylle. Das Miami Vice-Feeling ist total im Eimer. Mein Regenumhang knattert mir um die Ohren, so dass der graupelige Regen besser an meine Hosen ran kann. Aber es gelingt mir, meine Kamera vor diesem Elend zu bewahren; das ist die Hauptsache.

Als das Team diese Zwangspause ausnutzt, um zum Mittagessen zu gehen, fragt mich Annekathrin Bach. „Hast Du schon eine Idee, wie Dein Artikel heißen soll?“ „Klar“ sag ich. „Viele!!“

Während ich mich in meinem Auto soweit abtrockne, dass ich wieder einigermaßen sehen kann, fühle ich mich schon sehr pelzig beschützt in Pelzerhaken, das eben doch nicht mit Miami Beach zu vergleichen ist. Aber das macht nichts. Wir wollen ja schließlich die „Küstenwache“ und nicht „Miami Vice“! Alles klar?

Das Team muss noch einige Stunden durchhalten, und auch an den nächsten beiden Tragen dort drehen. Das Wetter wurde kein bisschen besser!!

Text und Fotos: emr