
Dramaturg/in
Dramaturgen sind engste Berater des Produzenten oder Programmverantwortlichen. Ihnen gegenüber, die oft aus wirtschaftlichen Gründen pragmatisch denken müssen, sind sie Anwalt des inhaltlichen und künstlerisch-ästhetischen Gesichts eines neuen Film- oder Serienkonzepts, ohne aber die organisatorisch-wirtschaftliche Seite ganz zu vergessen. Ihre Aufgabe ist es ebenso, neue Autoren und Stoffe aufzuspüren und dafür Sorge zu tragen, dass deren kreatives Potential zur Geltung kommt und damit verwertbar wird.
Aufgaben/Anforderungen
Grundsätzlich lassen sich die Aufgabengebiete des Dramaturgen in zwei große Bereiche unterteilen. Einerseits ist er verantwortlich für die Stofffindung und Stoffentwicklung sowie für die Beurteilung angebotener Stoffe, andererseits wird heute von guten Dramaturgen auch eine produktionsbezogene und eine publizistische Tätigkeit erwartet; d.h. sie sollten in der Lage sein, ein fertiges Gesamtkonzept bei den entsprechenden Institutionen im Sinne der Produktionsgesellschaft anzubieten, zu präsentieren und zu verteidigen. Dramaturgen müssen also zunächst auf innerbetriebliche und anschließend auch auf außerbetriebliche Entscheidungsprozesse einzuwirken in der Lage sein.
In Deutschland sind Dramaturgen überwiegend bei Sendeanstalten oder mittleren und großen Produktionsgesellschaften fest angestellt. Immer häufiger gelingt es auch, als Dramaturg über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgreich freiberuflich tätig zu sein. Diese Tendenz wird sich in der Zukunft noch verstärken, da der Bedarf ständig wächst.
Das Augenmerk des Dramaturgen muss auch älteren Stoffen und Filmen gelten, die durch Zeitereignisse unversehens eine neue Aktualität erhalten und es verdienen, wiederentdeckt zu werden. Vor allem sollten Dramaturgen ein ausgeprägtes Gespür für zeitgemäße Trends und sich verändernde, gesellschaftliche Strömungen besitzen. Was für Dramaturgen gilt, lässt sich bedingt auch für Redakteure bei Fernsehsendern anwenden.
