Historisches Fanpage-Archiv

Der Kameramann

Kameramann/frau im Film- und Fernsehbereich

Voraussetzungen

Generelle Voraussetzungen sind gutes Sehvermögen, physische und psychische Belastbarkeit, gute Allgemeinbildung, technisches Verständnis, ausgeprägtes Stilgefühl, Durchsetzungsvermögen, Organisationtalent und Führungsqualitäten.

Tätigkeits- und Verantwortungsbereich

Dieser Bereich umfasst alle Stadien der Filmherstellung, aufgegliedert nach den Produktionsphasen Vorbereitung, Drehzeit und Endfertigung. Von frühen Vorgesprächen bis zur Abnahme der ersten fertigen Filmkopie ist der Kameramann einer der am längsten beschäftigten Mitarbeiter.

Tätigkeiten

– Während der Vorbereitung

– Die Vorbereitungsphase beginnt in der Regel mehrere Wochen vor Beginn der Drehzeit, hier werden die künstlerischen Grundlagen für die Gestaltung des Filmes erarbeitet und die erforderlichen finanziellen, technischen und personellen Entscheidungen getroffen.
– Einarbeitung in das Drehbuch; erste Bekanntschaft mit dem Stoff, Lesen der Grundlagenliteratur
– Vorgespräche mit der Regie über Drehbuch und evt. Änderungen, dramaturgische und stilistische Konzeption, Budget, Besetzung ect.
– Vorgespräche mit der Produktion über Budget, Drehplan, Technik und Personal
– Vorgespräche mit der Ausstattung über Drehorte, Originalmotive und Bauten sowie deren künstlerische und technische Einrichtung, über Qualität und Anordnung natürlicher und künstlicher Lichtquellen sowie die generelle Farbgestaltung
– Vorgespräche mit Kostüm- und Maskenbildner zur Abstimmung von Kostümfarben und Schminktechnik
– Motivsuche und -bestimmung; zusammen mit Regie, Ausstattung und Produktion erfolgt die Auswahl und Festlegung der Schauplätze
– Bestimmung über Kameras, Filmmaterial, Dollies, Kran, Beleuchtung und Labor
– Bestimmung des technischen Personals, wie z.B. Kamerateam, Zusatzteams, Bühnentechniker, Beleuchter, Festlegung der jeweiligen Kompetenzen
– Probeaufnahmen von Darstellern, Kostümen, Schminktechnik, Dekorationen, Bauten und Motiven
– Testaufnahmen zur Überwachung von Kameras, Objektiven, Filmmaterial und Laborarbeiten

– Während der Drehzeit

– während der Drehzeit erfolgt, je nach Art der Produktion von höchst unterschiedlicher Dauer, die Herstellung des Films in seinen wichtigen Details, Einstellung für Einstellung.
– Die Szenenauflösung ist eine der wesentlichen Phasen der Filmgestaltung; dramaturgische und optische Erfassung von Handlungsabläufen und deren visuelle Prägung.
– Festlegung der einzelnen Einstellungen
– Die Lichtgestaltung liegt grundsätzlich in alleiniger Verantwortung des Kameramannes sowie die gestalterische Entscheidung
– Farbgestaltung und Filterung
– Photografische Spezialeffekte und Tricks
– Beurteilung und Auswahl des gedrehten Materials erfolgt in der Regel täglich, gemeinsam durch Regie, Kamera und Schnitt.
– Überwachung von Technik und Labor
– Führung und Weiterbildung von Mitarbeitern
– Budgetkontrolle

– Während der Endphase

– Postproduktion/Endfertigung
Nach Beendigung der Dreharbeiten ist die letzte Produktionsphase für den Abschluss von Schnitt, Trick- und evt. elektronischer Bildbearbeitung vorgesehen. Bis zur Abnahme der endgültigen Filmkopien oder Videoüberspielung hat der Kameramann noch folgende Aufgaben:
– Überwachung von nachträglichen Zusatz-, Modell- und Trickaufnahmen, die häufig von einem gesondertem Team durchgeführt werden.
– Vor der Herstellung der endgültigen Filmkopien erfolgt die Licht- und Farbestimmung im Labor bzw. Colour-Matching.
– Photografisch-technische Abnahme der endgültigen Filmkopien bzw. der Videoüberspielung

Ausbildung

Kameramann ist in Deutschland kein allgemein anerkannter Ausbildungsberuf. Wünschenswert wäre
– Lehre als Photograph
– Lehre bzw. Praktikum in einem Film-Kopierwerk mit umfassender Kenntnis aller Arbeitsabläufe
– Praktikum in einem Film-Geräteverleih mit Kenntnis aller Kamerasysteme
– mehrjährige Tätigkeit in verschiedenen Kamerateams

Neuerdings gibt es auch verschiedene Ausbildungsstätten/Filmhochschulen mit dem Studiengang Kamera. Generelle Voraussetzungen sind gutes Sehvermögen, physische und psychische Belastbarkeit, gute Allgemeinbildung, technisches Verständnis, ausgeprägtes Stilgefühl, Durchsetzungsvermögen, Organisationtalent und Führungsqualitäten.