Historisches Fanpage-Archiv

Autor

Autor/in im Film- Fernsehbereich

„Am Anfang war das Wort“ – das gilt auch für die AV-Medien: Ob Serie oder Werbespot, Spielfilm oder Hörspiel – jede Produktion beginnt mit einer Idee und dem geschriebenen Wort. Autorenberufe spannen einen breiten Bogen vom einzelnen Autor z. B. eines Spielfilmdrehbuchs bis zum Mitglied eines Autorenteams für eine Fernsehserie. Dabei ist die Bezeichnung Drehbuchautor als eine Art Oberbegriff zu verstehen, der verschiedene, zum Teil sehr unterschiedliche Arbeitsfelder umfasst, u.a.:

  • Drehbuchautor
  • Synchrondrehbuchautor
  • Hörspielautor und
  • Script Doctor

Nach amerikanischem und australischem Vorbild haben sich in den letzten Jahren vermehrt auch Serien im deutschen Fernsehen etabliert. Mit den sogenannten Daily oder Weekly Soaps (z.B. Marienhof, Verbotene Liebe, Unter uns, Lindenstraße) oder Sitcoms (z.B. Die Camper, Das Amt) haben sich eine Reihe neuer Arbeitsfelder für Autoren eröffnet. Solche Produktionen werden in Autorenteams entwickelt, zu denen z.B.

  • Script Editor
  • Story Editor
  • Storyliner
  • Dialogautor

gehören.

Die Grenzen zwischen den einzelnen Tätigkeiten sind oft fließend. So kann bei einer Serie z. B. der Chefautor die Aufgabenbereiche übernehmen, die bei einer anderen Produktion vom Script Editor erledigt werden.

Aufgabe

Die Arbeit an einer Sequenz, einer Szene oder einem kompletten Buch kann man mit dem Komponieren einer Symphonie vergleichen, für die man nur ein Instrument zur Verfügung hat. Die einzelnen Elemente (z. B. Stimmung, Figuren, Dialoge, Ton, Entwicklung, Handlung, usw.) müssen bereits in der Vorstellung ein stimmiges Ganzes ergeben. Das gleiche gilt für das fertige Bild. Wer ein komplettes Drehbuch „komponiert“ muß die einzelnen Elemente isolieren und orchestrieren können. Und auch wer ausschließlich Dialoge oder einzelne Handlungsstränge entwickelt, muß eine Vorstellung vom Gesamtergebnis haben. Oft müssen Handlung oder bestimmte Figuren, Sequenzen oder Dialoge überarbeitet werden. Dies kann künstlerische Gründe haben; häufig sind allerdings ganz pragmatische Überlegungen der Grund: Umbesetzungen bei Schauspielern, organisatorischer und finanzieller Aufwand, Vermarktungskriterien des Geldgebers.

Anforderungen/Ausbildung

Grundsätzlich gilt: Autoren sind Autodidakten. Einige trainieren nach dem „learning by doing“-Prinzip, indem sie ihre eigenen Projekte entwickeln, Handbücher zu Rate ziehen und Workshops besuchen, um dann mit ihren Stoffen oder fertigen Büchern den Kontakt zu Produzenten, Filmförderungen oder Sendern aufzunehmen. Andere kommen bereits aus verwandten Bereichen, haben vorher z. B. als Journalist , Schriftsteller oder an Theatern gearbeitet (Schauspiel, Dramaturgie, Regie). Zumindest in Deutschland gibt es für diesen Beruf keine staatlich anerkannten Ausbildungsmöglichkeiten. Als Grundlage bieten sich Studiengänge wie Germanistik, Literatur- oder Theaterwissenschaften und im Bereich von Dokumentationen und Wirtschaftsfilmen auch spezielle Fachstudiengänge (z. B. Wirtschaftwissenschaften, Medizin) an. Handwerkliche Kenntnisse des Drehbuchschreibens können auch an verschiedenen Filmhochschulen, Fernsehakademien und Filmhäusern durch Studiengänge bzw. Workshops und Seminare erlangt werden.