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1. Regieassistenz

Regieassistenz im Film- und Fernsehbereich

Regieassistenz ist ein eigenständiger Beruf, unabhängig davon, ob er als Lebensberuf oder mit dem Ziel des Übergangs in die Regie-Tätigkeit ausgeübt wird.

Stellung und Aufgaben

Die Regieassistenz ist der/die wichtigste Mitarbeiter/in der Regie. Sie arbeitet grundsätzlich weisungsgebunden; innerhalb dieses Rahmens fallen ihr eigenverantwortliche Aufgaben und Tätigkeiten im organisatorischen, künstlerischen und technischen Bereich der Produktion zu.

Anders als die Regie ist die Regieassistenz häufig nur während der unmittelbaren Vorbereitungszeiten zu den Dreharbeiten und während dieser am Entstehen des Film- oder Fernsehwerkes beteiligt; aus ihrer Aufgabenstellung resultiert, daß eine möglichst langfristige Mitarbeit am Werk für alle Beteiligten von Vorteil ist. In der Regel definiert der Vertrag den zeitlichen Rahmen und damit auch konkret Beginn und Umfang der Arbeit der Ersten Regieassistenz.

Tätigkeiten

während der Vorbereitungszeit

– Einarbeitung in das Drehbuch und sonstige Werkvorlagen
Besprechung mit der Regie über künstlerische und technische Absichten der Realisation; gegebenenfalls Mitarbeit bei der Überprüfung von Inhalt und Dramaturgie; Absprachen mit Regie, Produktion und Aufnahmeleitung über die technischen und zeitlichen Abläufe sowie über konkrete Aufgabenzuweisungen und Verantwortlichkeiten.
– Überprüfung des Drehbuches in Bezug auf die vorgesehene Länge des Films

  • Vorstoppen und Koordination der Szenenlängen
  • Zusammenstellung des ggf. erforderlichen Archiv- und Tonträgermaterials, entsprechende Materialrecherche
  • Einrichtung des technischen Drehbuches
  • Anfertigung der schriftlichen Drehbuchauszüge und Koordination mit den an der Produktion beteiligten Mitarbeitern, insbesondere im Hinblick auf Bildnumerierung, Tageseinteilung, Verfügbarkeit der Darsteller und Drehort; entsprechende Vorplanung mit Komparserie, Tieren, Stunts, Ausstattung, Kostüm und Requisite
  • Planung und Betreuung von Vorproduktionen in Absprache mit Regie und Produktion
  • Teilnahme an Motivbesichtigungen und an den Besprechungen mit Kostüm, Maske, Requisite
  • Mitarbeit bei der Besetzung
  • Terminliche Koordination von Vorbesprechungen des Teams
  • Mitarbeit an der Entwicklung und Erstellung des endgültigen Drehplanes Storyboard

während der Dreharbeiten

  • In Zusammenarbeit mit Produktions- und Aufnahmeleitung die konkrete Organisation der Arbeitsabläufe
  • Verantwortliche Erstellung der jeweiligen Tagesposition; Organisation des Drehablaufs am Set und Überprüfung der Vorbereitung der Departments
  • Wahrung des Überblicks über das Verhältnis der Längen der gedrehten Szenen zu den vorgesehenen Längen
  • Mitarbeit bei der regielichen Gestaltung; z. B. beim Inszenieren szenischer Hintergründe oder bei konkreter Aufgabenstellung durch Regie
  • Organisation der nur-Töne
  • Vorbereitung des folgenden Drehtages
  • Teilnahme an den Mustervorführungen zur Kontrolle der Arbeitsergebnisse

Für die Anschlüsse ist grundsätzlich nicht die erste Regieassistenz, sondern das Continuity zuständig.

Die in der Regel nicht vorgesehene Beteiligung der Ersten Assistenz an der Endfertigung (Post-Produktion) des Films bedarf besonderer vertraglicher Vereinbarung; entsprechende Grundkenntnisse der zugehörigen Arbeitsvorgänge (Rohschnitt, Feinschnitt, Abnahmen, Vertonung, Synchronisation, Negativschnitt, Überspielungen, Digitalidierung, Mischung, Lichtbestimmung) sind jedoch in jedem Fall notwendig.

Ausbildung und berufliche Voraussetzungen

Eine einheitliche geregelte Ausbildung zur ersten Regieassistenz gibt es in Deutschland nicht. Die Ausbildung erfolgt durch Volontariate und/oder durch die Tätigkeit als Continuity und als Zweite Regieassistenz unter Anleitung der Ersten. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Ausbildung an einschlägigen Fach- und Hochschulen für Film, Fernsehen und Medienkunde in der Bundesrepublik oder in der Europäischen Union.

Wünschenswert sind
– Abitur
– Interesse an kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Fragen
– Gute Fremdsprachenkenntnisse, mindestens Beherrschung des Englischen
– Fähigkeit zur Teamarbeit, Durchsetzungsvermögen, ausgeprägtes Organisationstalent
– Kaufmännische Kenntnisse, Erfahrung mit Computerarbeit