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Susanne Lüning – Schauspielerin

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Susanne Lüning wirkt bei der Küstenwache in der Episode 98 mit dem Titel „Mord ohne Leiche“ mit. Dort spielt sie die Werftbesitzerin Sabine Kortwich. Mehr zu dieser Episode unter Episodenguide.

Ich selbst hatte als BGS Komparse die Gelegenheit an einem Drehtag mit Susanne Lüning persönlich „vor der Kamera“ zu stehen. Bei einem Verhör zwischen Kapitän Ehlers und Sabine Kortwich mime ich den protokollierenden BGS Beamten im Hintergrund. Ausgestrahlt wird diese Episode mit Beginn der 9. Staffel am 25.01.2006.

Dieses Interview habe ich Anfang Dezember 05 mit Susanne Lüning telefonisch geführt.

J. Plötzner:
Ihrer Vita habe ich entnommen, dass Sie schon sehr lange den Beruf der Schauspielerin ausüben. Wollten Sie schon immer Schauspielerin werden?
S. Lüning:
Nein, ehrlich gesagt wollte ich eigentlich Schriftstellerin werden, bin aber froh, dass ich es nicht geworden bin. Ich glaube, dass die Schriftstellerei ein ziemlich hartes Brot ist. Jeder Beruf ist zwar heutzutage hart, aber so wie es jetzt ist, ist es gut.
J. Plötzner:
Können Sie sich leicht in die vorgegebene Rolle hineinversetzen?
S. Lüning:
Eigentlich ja. Wenn ich eine Rolle lese und mir nichts dazu einfällt weil die Rolle nichts hergibt, dann sage ich diese Rollen auch ab weil es dann auch keinen Sinn hat. Küstenwache hingegen war eine tolle Rolle.
J. Plötzner:
Sind Sie auf ein bestimmtes Rollenprofil festgelegt?
S. Lüning:
Am Anfang hatte ich überwiegend Drehbücher mit Sympathierollen angenommen. Aber mit der Zeit wollte ich auch mal andere Rollen spielen. Ich habe immer sehr ernsthafte und tiefe Rollen gespielt und dafür bin ich sehr dankbar. Es gibt ja so dieses Alter vor 30 wo man ansonsten eigentlich anders eingesetzt wird.
J. Plötzner:
War die Rolle bei der Küstenwache eine Herausforderung für Sie?
S. Lüning:
Auf alle Fälle, aber wir wollen noch nicht zuviel verraten.
J. Plötzner:
Steckt bei jedem Projekt auch persönliches von Ihnen in den Rollen?
S. Lüning:
Immer. Das geht gar nicht anders glaube ich. Alles was man im privaten erlebt spiegelt sich auch im Beruf wieder. Ich glaube nicht, dass sich immer alles trennen lässt. Beim Theater ist es sicher noch ein anderer Fall, aber beim Film sieht man genau die Persönlichkeit eines jeden einzelnen Schauspielers.
J. Plötzner:
Spielen Sie auch Theater?
S. Lüning:
Ja ich habe in Halle und dann noch einmal in Berlin als Gast Theater gespielt. Aber das ist schon sehr lange her. Ich bin gleich nach der Ausbildung während eines Drehs ans Theater gegangen und ehrlich gesagt mag ich den Film mehr als das Theater. Obwohl ich auch wieder sehr gerne einmal Theater spielen würde.
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Foto: Dagmar v. Chappuis

J. Plötzner:
Haben Sie schon einmal unter der Regie von Dagmar von Chappuis gedreht?

S. Lüning:
Nein noch nie. Ich war wirklich sehr angenehm überrascht. Sie vermittelt einen unheimlichen Spaß und eine Genauigkeit, dass es wunderbar war mit ihr zu arbeiten.
J. Plötzner:
Wie viele Drehtage hatten Sie bei der Küstenwache?
S. Lüning:
Es waren 6 Drehtage
J. Plötzner:
Ein Drehort so nah an der Ostsee hat man sicher nicht oft als Schauspieler. Wie haben Sie den Drehort empfunden und haben Sie auch direkt auf der See gedreht?
S. Lüning:
Es war einfach wunderbar, ja wir haben auch auf der See gedreht. Auch meine Schauspielerkollegen waren alle toll und es hat mir viel Spaß gebracht.
J. Plötzner:
Mit Michael Kind haben Sie schon für „Das Böse“ zusammen vor der Kamera gestanden. Wie war es wieder mit ihm zu arbeiten?
S. Lüning:
Ich mag und schätze Michael Kind sehr. Wir kennen uns viele Jahre und wenn man so einen schönen Film zusammen gemacht hat, freut man sich natürlich sehr wieder zusammen zu arbeiten. „Das Böse“ war eine meiner besten Rollen.
J. Plötzner:
War „Das Böse“ eine große Herausforderung für Sie?
S. Lüning:
Ja, obwohl ich mir Anfangs gar nicht so darüber klar war. Richtig bewusst wurde es mir erst beim Drehen. Es hängt immer sehr von der Regie und vom Drehbuch ab. Der Christian Görlitz ist ein sehr guter Regisseur.
J. Plötzner:
Würden Sie, wenn Sie das Angebot bekommen würden noch einmal für die Küstenwache drehen?
S. Lüning:
Ja auf alle Fälle. Es ist eine sehr gute und interessante Serie.
J. Plötzner:
Sehen Sie sich alle Filme in denen Sie mitgewirkt haben im Fernsehen an?
S. Lüning:
Ja mit viel Aufregung. Wenn ich sie vorher gesehen habe dann geht es, aber meistens sieht man es vorher ja nicht. Und wenn es dann gesendet wird ist es dann immer so eine Art Premiere. Man sitzt alleine vorm Fernseher und da ich sehr kritisch bin ist es nicht immer ein Vergnügen.
J. Plötzner:
Sind Sie sehr selbstkritisch?
S. Lüning:
Ja sehr. Jetzt lief ja gerade „In Liebe eine 1“. Nach dem Dreh war ich sehr skeptisch, aber dann war ich doch ganz erleichtert als ich es im Fernsehen gesehen habe. Es ist auch etwas anderes wenn man einen Film nicht gleich nach dem Drehen sieht. Wenn man es dann mit Abstand sieht ist es meistens besser, als wenn ich es so gleich nach dem Drehen sehen kann.
J. Plötzner:
Hat man als Schauspieler immer die Möglichkeit seine Produktionen gleich zu sehen?
S. Lüning:
Nein eigentlich nicht. Es gibt zwar Regisseure die es zulassen dass man sich Muster ansieht, was aber auch nicht immer gut ist und wo auch nicht jeder Schauspieler für geeignet ist. Es fehlt dann oft der Schnitt und das kann einen auch irritieren. Ich selbst bin kein „Muster Gucker“.
J. Plötzner:
Werden wir Sie demnächst wieder in einer Rollen sehen?
S. Lüning:
Am 11.01.2006 kam der Film „Wink des Himmels“. Es war eine kleinere Rolle, die mir sehr gefallen hat. Dann die Küstenwache und danach, wahrscheinlich im Februar 06, in einer Folge von „Siska“. Das war auch eine wunderbare, aber sehr schwere Rolle.
J. Plötzner:
Hängt die Vorbereitungszeit vom Rollenprofil ab?
S. Lüning:
Ich bereite mich immer lange vor indem ich das ganze Buch auswendig lerne. Ich muss auch den Kopf frei haben. Dann lerne ich am besten meine Texte und kann diese dann auch spielen. Aber da hat ja jeder Schauspieler so seine eigene Methode. Dann gibt es aber auch Situationen, wo man einen Tag vor dem Dreh seine Rolle bekommt und dann muss man schon ins kalte Wasser springen. Aber auch das habe ich bisher immer geschafft.
J. Plötzner:
Ist die Vielseitigkeit eine Voraussetzung für einen Schauspieler?
S. Lüning: Ja auf alle Fälle. Und bei Serien ist meistens ja auch gar nicht die Zeit am Set groß zu arbeiten. Deshalb muss man als Schauspieler eine gute Vorarbeit leisten, dass man selbst die Rolle so hinbekommt, dass alles steht wenn es losgeht.
J. Plötzner:
Wie bekommen Sie die Schauspielerei mit der Familie unter „einen Hut“?
S. Lüning:
Das geht ganz gut. Mein Sohn ist 16 und da bin ich jetzt schon „befreiter“ als wenn man ganz kleine Kinder hat.
J. Plötzner:
Ich danke Ihnen für dieses Interview und wünsche Ihnen beruflich weiterhin viel Erfolg und immer gute Rollen