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Stephan Motzek – Kameramann

In über 50 Folgen hat der Kameramann Stephan Motzek die Küstenwache „gedreht“. Er sah als erster direkt durch die Kamera das, was der Zuschauer und Fan am Ende als Handlung und fertiges Produkt sah. Dabei waren sehr schwierige Szenendrehs zum Teil unter hohem körperlichem Einsatz zu bewältigen. Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes „sehen“ lassen. Ich danke dem Regisseur Florian Froschmayer, dass er mir dieses Interview mit Stephan Motzek vermittelt hat.
Und hier nun das Interview. Viel Spaß beim Lesen
J. Plötzner:
Hallo Herr Motzek. Sie sind von Beruf Kameramann. War das schon immer Ihr Traumberuf?
S. Motzek:
Also ich habe mich schon immer seid ich denken kann für Bilder begeistert. Irgendwann musste ich mich entscheiden Film oder Malerei. Also Film. Studiert habe ich in Berlin an der Fachschule für Foto und Optik. Als Kameramann zu leben bedeutet wie in allen Berufen Leidenschaft, Neugierde und den nicht enden wollenden Wunsch Geschichten mit Bildern zu erzählen.
J. Plötzner:
Seit wann üben Sie diesen Beruf aus?
S. Motzek:
Nach mehreren Jahren als Assistent wurde ich Kameramann. Das war beim
“ Grossen Narrentreffen in Freiburg „.Mein damaliger Kameramann hatte sich am Vorabend des Drehs auf einem Maskenball in “ Tigerlili “ verliebt und blieb verschollen. Das war 1983. Seither stand ich bei unzähligen Filmen hinter der Kamera.
J. Plötzner:
Welches Geschick braucht man in Ihrem Beruf?
S. Motzek:
Man versucht immer das interessante Bild zu finden. Das Bild das zur Geschichte passt und dem Rhythmus des Films dient. Manchmal sind die einfachen Bilder die größte Herausforderung, den Mut sich zu entscheiden, Dinge weg zulassen oder das Material auszureizen. Man lebt und arbeitet in einem Spagat zwischen „Kunst“ und den wirtschaftlichen Aspekten einer Produktion. Das bedeutet wir haben nur einen begrenzten Etat zur Verfügung.
J. Plötzner:
Wie eng muss ein Kameramann mit dem Regisseur zusammenarbeiten?
S. Motzek:
Das sollte keine Arbeit sein, sondern eine Symbiose. Der Regisseur hat sehr viel Verantwortung und noch mehr Stress. Der Kameramann ist sein wichtigster Verbündeter. Ich sehe meine Arbeit darin, dem Regisseur den größtmöglichen Raum für seine Arbeit zu geben und ihn mit all meinem Können als treuer Partner zur Seite zustehen, komme was da wolle.
J. Plötzner:
Wie viele Filme haben Sie bisher gedreht?
S. Motzek:
Es sind sicher viele hundert Filme.
J. Plötzner:
Um auf die Küstenwache zu sprechen zu kommen, wie viele Folgen haben Sie gedreht.
S. Motzek:
Allein bei der Küstenwache waren es sicher über 50
J. Plötzner:
Wie viel „Meter“ Filmmaterial hat so eine Folge von 45 Minuten?
S. Motzek:
Wir sollten ein Drehverhältnis von 1 zu 6 nicht überschreiten. Eine sendefertig geschnittene Folge Küstenwache hat ca. 4oo Meter. Will man bei einer Szene eine Totale und nur drei Großaufnahmen machen hat man die Szene schon viermal gedreht.
J. Plötzner:
Nach jedem Dreh wird geprüft ob die Aufnahme „sauber“ ist. Was bedeutet das?
S. Motzek:
Nun das Filmfenster ist sehr klein und manchmal setzen sich kleine Staubfussel am Bildfensterrand ab. Diese würden dann auf dem Film abgebildet sein, was eine Katastrophe wäre, ein schwarzer Fussel im Bild. Nachdreh und Riesenärger. Also nimmt der Assistent eine Lupe und schaut nach jedem Kopierer nach, ob das Bildfenster sauber ist.
J. Plötzner:
Ich bedanke mich für dieses Interview und wünsche Ihnen, dass Sie noch viele tolle Filme drehen können. Vielleicht sogar wieder bei der Küstenwache.