Historisches Fanpage-Archiv

Nach dem Sturm

Kapitel 1

Am Montag erscheint die ganze Crew zum Dienst, als ob nichts geschehen wäre. Gruber hatte auch keinen besonderen Auftrag. Also fuhr die Albatros erst mal eine Streife. Norge sagte zu Ehlers: „Ob es diesmal wirklich so ruhig bleibt?“ „Wer weiß, in 48 Stunden wissen wir mehr.“

Unterdessen hatte in der Zentrale das Training der Anwärter für die MEK begonnen. Corinna hatte sich schon im Vorhinein die Kandidaten ausgesiebt. So das jetzt noch 12 Leute übrig geblieben waren. Mit denen begann sie das Training. Unter denen war auch Erik Lorenzen.

Die Schäden die der Sturm angerichtet hatte waren beträchtlich, das bemerkte auch die Crew der Albatros. Es hatte einige Schäden in den Jachthäfen gegeben und auch einige Boote waren schwer beschädigt worden. Im Großen und Ganzen war es aber noch glimpflich abgegangen.

Die ersten Einsätze, ein paar losgerissene Tonnen und andere Kleinigkeiten. Die Mannschaft war froh, dass sie es ruhig angehen lassen konnten. Doch dann am Nachmittag kam aus der Zentrale ein Funkruf.

„Wir haben gerade von einem Frachter einen Notruf aufgefangen.“ Krüger, der zufällig seine Aufgabe darin sah, auf der Brücke zu sein, bekam den Funkspruch mit und meinte: „Dann geben sie uns doch mal die Position.“ „Das ist ja gerade das Problem, an Bord war ziemlicher Trubel. Eine genaue Position konnten wir nicht bekommen. Aber Herr Gruber vermutet das der Frachter in ihrer Nähe ist.“ „Haben sie wenigstens den Namen oder irgendwelche sichtbaren Kennzeichen?“ Erstmal war nichts zu hören, Krüger wollte gerade weggehen, da meldete der Funker sich wieder: „Wir haben noch mal überlegt, der Name klang wie Schango oder so ähnlich.“ Mittlerweile war Ehlers dazugekommen. „Wer von euch hat den Funkspruch angenommen?“ Wolfgang Glückskind, aber er ist gerade nicht hier.“ „Dann geben sie mir mal Gruber.“ „Ja Ehlers, was haben sie denn?“ „Herr Gruber, was sollen wir den mit diesen Angaben? Wir haben keine Position, keinen Namen des Frachters und wir wissen auch nicht was passiert ist. Damit können wir doch nichts anfangen.“ Gruber sah ein, dass es so nicht ging. „Ich werde hier Dampf machen, Ehlers. Bleiben sie erst mal auf Kurs. Sobald ich mehr weiß, melde ich mich.“ „Gut, wir behalten Kurs und Geschwindigkeit bei bis sie sich melden.“

Zu Ehlers Erstaunen meldete sich Gruber recht schnell wieder. Er gab ihm eine Positionsangabe und den Namen des Frachters. „Der Ruf war offenbar verstümmelt, es war nicht klar zu verstehen was los ist. Aber der Funker meint es seien Schüsse im Hintergrund zu hören gewesen.“ Ehlers horchte. „Schüsse?“ „Ja aber genaues weiß ich auch nicht. Der Funker kann auch keinen Kontakt mehr herstellen.“ „OK wir laufen den Frachter an und klären die Lage. Melden uns dann wieder.“

Während er noch mit Gruber gesprochen hatte, hatte Jana die Position auf der Karte markiert. „Wir sind wirklich nah dran, Holger.“ Er nickte. „Lass Waffen ausgeben, wir wissen nicht was passiert ist.“ „OK, Holger.“

Etwa 10 Minuten später hatten sie den Frachter auf dem Radar. „Komisch, er macht keine Fahrt, liegt einfach nur so da. Und Funkkontakt bekomme ich auch nicht.“ Meinte Krüger. „OK, wir gehen längsseits“, befahl Holger. „Aber ganz vorsichtig.“ Ihm war die Sache nicht Geheuer.

Und er sollte Recht behalten. Kaum waren sie längsseits gegangen da peitschte auch schon ein Schuss. Die Kugel schlug im Brückenhaus ein.

In diesem Augenblick merkte er, dass er einen Fehler begangen hatte. Sich dem Schiff so unvorsichtig zu nähern, aber jetzt war es zu spät. Jana schaute fragend: Aber Ehlers meinte wir warten erst mal ab, ob die Leute vielleicht doch etwas sagen wollen. Darauf mussten sie auch nicht lange warten.

In dem Augenblick wurde mit dem Megaphon rüber gebrüllt: „Haut ab ihr Scheißkerle, wir werden schon alleine fertig.“ Also mussten wir auch mit dem Megaphon antworten: „Aber wir haben einen Hilferuf von dem Frachter Schongau bekommen, das ist doch ihr Schiff.“ „Das schon aber wir brauchen eure Hilfe nicht, mit den Kerlen werden wir schon alleine fertig. Macht euch gefälligst vom Acker.“ Und damit kein Zweifel besteht, schlägt an Deck noch eine Kugel ein. Darum rufen wir noch: „Schon gut wir gehen ja schon auf Abstand“, und Wolfgang war auch schon an den Maschinen.

Um die Hektik noch zu erhöhen, rief Corinna an: „Holger mir fehlen für die MEK noch zwei gute Leute, weißt du nicht welche?“ „So auf Anhieb nicht, Corinna. Wir haben es hier wohl mit so einer Art Meuterei zu tun, aber danach überlege ich mir was.“ „Holger zur MEK gehört auch ein Psychologe vielleicht kann der euch helfen.“ Danke, für das Angebot, aber ich will erst noch mal mit Gruber sprechen.“ „Na gut, aber melde dich bitte rechtzeitig.“

„Krüger machen sie mir mal eine Verbindung mit Gruber.“

Während Ehlers auf eine Verbindung zur Zentrale wartete spitzte sich die Lage an Bord des Frachters zu. Einige der Matrosen meuterten, weil sie seit Monaten keine Heuer bekommen hatten, es waren Indonesier und sie hatten sich aus dem Waffenschrank mit Revolvern versorgt und versucht vom Kapitän Geld zu bekommen. Der hatte seine Leute zur Hilfe gerufen und es hatte eine wilde Schießerei begonnen. Der Funker hatte es mit der Angst zu tun bekommen und den Notruf abgesetzt, ohne dass der Kapitän es befohlen hatte. Im Augenblick hatten sich die meuternden Matrosen in der Messe verschanzt.

Gruber brauchte einen Moment um an den Funk zu kommen. Als er hörte was Ehlers sagte meinte er zu ihm: „Ich denke wir sollten es ruhig nutzen das wir jetzt eine MEK haben, auch wenn sie noch beim Training sind, wenn sie ihre Hilfe schon anbieten. Ich werde Frau v. Hardenberg bescheid geben. Versuchen sie erst mal heraus zu bekommen was da los ist.“ „Ok, mach ich. Wie schnell kann die MEK da sein?“ Gruber überlegte einen Moment „Ich würde schätzen innerhalb 30 Minuten!“ „Gut, dann sollen sie sich auf dem Weg machen.“

Währenddessen trifft Julia sich mit Rieke Claasen. Die beiden, die früher gemeinsam auf der Albatros waren und sich doch recht gut verstanden haben, reden über früher.

„Unsere gemeinsame Zeit auf der Albatros, wurde dann ja doch recht plötzlich beendet“, fängt Rieke das Gespräch an. „Ja, da hast du recht, aber sie wurden ja aus einem positiven Anlass beendet und nicht aus einem negativen.“ „Ja, da hast du recht, aber ich wäre gern noch weiter an Bord der Albatros geblieben.“ „Das kann ich voll und ganz verstehen.“

Als die beiden über eine Straße gehen, wo die Fußgänger Ampel gerade grün ist, kommt ein Auto und erwischt Rieke und fährt sie an. Julia nimmt natürlich sofort ihr Handy und ruft den Notarzt. Währenddessen unterhalten sich die beiden noch und Rieke meinte zu Julia: „Ist ja schön, das du dich mit Jan so gut verstehst und ihn liebst. Aber mach nicht den Fehler ihn anzubinden, dann verlierst du ihn am Ende doch und das willst du doch nicht.“ „Meinst du ich übertreibe es?“ „Das weiß ich nicht, aber an dem Grillabend hörte es sich sehr danach an. Wenn Jan unbedingt Außendienst machen will, lass ihn doch, er wird schon aufpassen. Du hast schließlich einen Polizisten geheiratet.“

Da klingelte Ehlers Handy schon wieder und Corinna war dran: „Ehe wir uns zum Tatort begeben müssen wir schon etwas mehr wissen.“ „Was schlägst du vor? Soll ich darüber spazieren?“ „Nein natürlich nicht, aber sprich doch erst mal mit unserm Psychologen.“ „Ist vielleicht keine schlechte Idee, dann gib ihn mir Mal.“

„Guten Tag Kapitän, mein Name ist Freud.“ „Nanu, ich dachte Freud wäre schon einige Jahrzehnte Tod.“ „Ja das stimmt auch, ich bin sein Urenkel Tobias. Was kann ich den für sie tun.“ „Das einzige was wir bisher definitiv wissen ist, dass einer um Hilfe gerufen hat, weil wahrscheinlich einer oder mehrere an Bord am durchdrehen sind und wahrscheinlich zur Gewalt neigen.“ „Wieso kommen sie auf letzteres?“ „Auf die Albatros wurde geschossen, wohl aber so dass kein Mensch getroffen werden konnte.“ „Also meinen sie es waren nur Warnschüsse?“ Ich gehe mal davon aus.“

„Versuchen sie Kontakt auf zu nehmen und heraus zu finden was an Bord passiert ist. Versichern sie ihnen dass wir ihnen helfen wollen. Und wenn sie reden, lassen sie sie einfach reden. Wenn sie wollen bleibe ich am Handy.“ „Ok wir versuchen es.“

Holger nahm das Megaphon und rief den Frachter. Und es gelang ihm aus dem Matrosen heraus zu bekommen was passiert war. Das gab er an den Psychologen weiter.

„Sehr gut. das ist ein Anfang. Corinna ist auf dem Weg, sie kennt sich damit auch aus.“

„Na gut, ich hoffe es geh ohne Blutvergießen ab.“ Wir werden alles tun dafür. Aber vorerst sollten sie sich und ihre Kollegen aus der Schusslinie halten.“ „Wie sie meinen.“

Es widerstrebte ihm nutzlos herum zu sitzen aber er sah ein das es so besser war.

Corinna hatte sich ein halbes Dutzend ihrer Leute genommen und war per Helikopter unterwegs zur Albatros. Unter den Männern war auch Erik Lorenzen. Sie wusste das es riskant war mit einem neuen Team das nicht eingespielt war. Aber es musste sein.

Sie sah die Männer an. „Alles klar? ich weiß das ist euer erster Einsatz aber wir werden das schon schaffen. Wichtig ist das wir untereinander immer die Kommunikation halten. Jeder muss wissen wo der andere ist und was er tut.“

In dem Moment rief Gruber an und setzte Ehlers in Kenntnis von dem Unfall von Rieke.

Julia, die doch mit ins Krankenhaus gefahren ist, muss die ganze Zeit, an das denken, was Rieke im Bezug auf Jan und sie gesagt hatte. Natürlich war ja Polizist, aber sie machte sich halt trotzdem große Sorgen, kann Rieke das denn nicht verstehen, anscheinend nicht. Aber natürlich, das wusste sie schon immer, hat Rieke ja recht mit ihren Befürchtungen. Also geht Julia, vor die Tür und versucht Jan anzurufen, aber leider erreicht sie ihn nicht.

Deshalb geht sie wieder rein und wartet. Nach ca. einer viertel Stunde, will sie zur Toilette, da sie starke Schmerzen im Bauchbereich hat.

Gruber hatte Ehlers von dem Unfall unterrichtet. „Und was soll ich machen? Ich kann Erik doch nicht im Einsatz erzählen das seine Frau einen Unfall hatte.“ „Vielleicht sollten sie es Frau v. Hardenberg sagen.“ Ehlers war anderer Ansicht. „Nein das halte ich nicht für gut. Ich werde es ihr erst sagen wenn die Sache abgeschlossen ist. Ich will nicht riskieren das ihm auch noch was passiert.“ „Ihre Entscheidung!“ Mist, dachte Ehlers, schon hat er sich wieder um eine Entscheidung gedrückt.

Der Helikopter näherte sich inzwischen der Albatros. „Wir gehen sobald wie möglich an Bord des Frachters. Ich werde Kontakt aufnehmen über die Albatros.“ Alle wussten was zu tun war.

Holger stelle die Verbindung her so dass Corinna mit dem Ersten Offizier reden konnte. „Ich bin Oberst von Hardenberg – wie können wir ihnen helfen?“ „Wir wollen ihre Hilfe nicht!“ „Sagen sie mir wenigsten was passiert ist? Gibt es Verletzte?“ „Weiß ich nicht, jedenfalls noch nicht. Die Idioten haben sich in der Messe verschanzt. Aber wir holen sie schon da raus.“ „Es wäre besser sie würden uns das überlassen. Wir wollen nur dass niemand zu Schaden kommt. – Warum meutern die Leute den überhaupt?“ Sie wusste dass sie ihn einfach nur sprechen lassen musste. „Die wollen ihre Heuer.“ Damit war Corinna schon weiter.

Julia bricht auf dem Krankenhausflur zusammen. Natürlich kümmern sich sofort Ärzte und Schwestern um sie. Der Arzt stellt einmal die Schwangerschaft fest, aber das alleine ist es nicht. Sie hat einen Hochvereiterten Blinddarm, der sofort entfernt werden muss. Also wird Julia zu einer Notoperation sofort hochgebracht. Nur diese Zeit reicht den Blinddarm platzen zu lassen, da dies aber erst im OP passiert ist hat sie gute Chancen die entstehende Bauchhöhlenendzündung zu überleben. Aber sie verliert dabei ihr Kind und dabei stellt es sich heraus, das es siamesische Zwillinge waren die nur eine geringe Überlebenschance gehabt hätten.

Nun liegen Julia und Rieke zusammen in einem Zimmer und haben genug Zeit sich gegenseitig zu trösten. Allerdings war dies im Moment noch nicht wirklich möglich, da Julia sich absolut zurückgezogen hatte.

Währenddessen überlegte Ehlers, ob er Erik nicht doch von Riekes Unfall erzählen sollte.

Aber noch bevor er sich entschieden hatte, rief Gruber erneut an.

Ganz zaghafte spricht Julia jetzt doch: „Rieke, was soll ich denn jetzt machen, wenn ich das Kind verloren habe.“ Durch die Verletzungen bedingt, spricht Rieke auch nicht viel lauter: „Julia, jetzt warte doch erst mal ab, was der Arzt sagt und wenn … Denk dran ihr habt eine gesunde Tochter.“ Für einen Moment erwacht Julia aus ihrer Lethargie: „Rieke wer kümmert sich eigentlich um Jenny?“ Julia reg dich nicht auf, Jan wird das schon machen.“ „Aber er weiß ja von nichts.“ In diesem Moment geht die Tür auf und Jan kommt herein. Allerdings ist er sehr erstaunt seine Frau hier zu finden. Er wollte nur nach Rieke sehen, weil Erik ja im Moment verhindert ist.

„Julia warum liegst du denn hier?“ „Als ich Rieke besucht habe und kurz auf dem Gang war, hatte ich Plötzlich furchtbare Bauchschmerzen. – Dann habe ich mich hier wieder gefunden. Was inzwischen war weiß ich nicht, der Arzt war noch nicht da. Jan wollte Julia in den Arm nehmen, aber da schreit Julia auf.“ „Au, du tust mir weh.“ „Tut mir leid mein Schatz, das wollte ich nicht.“ Jan kümmerst du dich um Jenny.“ Nachdem sie das gesagt hat verliert sie dass Bewusstsein, zum Glück kommt gerade der Arzt. Jan wird aus dem Zimmer geschoben, denn es ist ernst. Es ist so ernst, dass Julia sofort in den OP gebracht wird, weil sie erneut operiert werden muss. Der Arzt hat noch nicht mal mehr die Zeit Jan zu sagen, was los ist er sagt nur: „Wir müssen sofort operieren!.“

Jan, der total geschockt ist und nicht weiß was er machen soll, setzt sich zu Rieke ins Zimmer.

Nach einer ziemlich langen Zeit, sagt Rieke endlich. „Jan, mach dir keine Sorgen, es wird bestimmt alles wieder gut.“ „Das ist alles meine Schuld, ich hätte damals nicht mit auf die Albatros gehen sollen, ich wusste doch, welche Angst sie um mich hat.“ „Jan, jetzt mach dir keine Vorwürfe, sondern krümmer dich lieber darum, dass sich jemand um Jenny kümmert.“ „Meinst du, ich kann Kalle fragen?“ „Ich denke schon!“ Also ruft Jan, bei Kalle an, und fragt, ob dieser sich um Jenny kümmern kann. „Natürlich kann ich mich um Jenny kümmern!“ „Danke Kalle!“ „Ich komme dann, sobald ich weiß, was mit Julia ist.“ „Ist in Ordnung Jan!“

Währenddessen gibt es im OP einige Komplikationen.

„Ehlers wir haben den Reeder ausfindig machen können, aber das ist ein harter Knochen.“ „Heißt das er will die Leute hungern lassen.“ „Ich glaube ja.“ „Wissen sie was, Herr Gruber Oberst v. Hardenberg ist hier und Tobias Freud in Neustadt. Vielleicht kann er ihnen ja helfen den Reeder zu überzeugen.“ „Ehlers was haben sie jetzt vor?“ „Ich glaube wenn wir ihnen erst mal das nötigste geben werden sie vielleicht vernünftig.“ „Aber nicht auf die Rechnung der Küstenwache.“ Na gut dann lege ich das erst mal aus. Aber ich würde genauso reagieren, wenn ich keine Perspektive mehr hätte. Und die Leute haben im Moment nichts zu verlieren.“

Julia wäre um ein Haar verblutet, denn als sie die Fehlgeburt hatte, wurde die Gebärmutter verletzt. Diese Blutung konnte nur gestoppt werden wenn die Gebärmutter sofort entfernt wurde. Jetzt musste sie erst mal wieder aufwachen und das dauerte lange.

Corinna hatte inzwischen erreicht, dass man sie, aber auch nur sie alleine auf den Frachter lassen wollte. Und so wurde sie vom Helikopter dort abgesetzt. Der erste Offizier stand auf dem Deck und nahm sie in Empfang. „Sie sind Oberst?“ war seine erstaunte fragen. „Ja Oberst von Hardenberg, wo ist ihr Kapitän?“ „Kommen sie, ich bringe sie hin.“

Der Kapitän befand sich auf der Brücke, offenbar hatte er doch was bei dem Überall abbekommen. „Warum meutern ausgerechnet diese Matrosen? Was ist mit den anderen? Haben alle keine Heuer bekommen?“ Der Kapitän druckste rum. „Die Stammcrew hat was bekommen. Aber es hat eben nicht für alle gereicht.“ Corinna verstand. „So sie haben der Stammcrew also Geld geben und den andern nichts. – Na ja auch nicht die feine Art. OK, ich möchte mit den Meuterern reden. Wo sind sie?“ „Sie haben sich in der Messe verschanzt.“ „Gut bringen sie mich dahin.“

Während Corinna versuchte mit den Männern zu reden setzte sich Freud in Neustadt mit dem Reeder in Verbindung. Die Männer von Corinna hielten sich derweilen einsatzbereit an Bord des Helikopters.

Als Julia aufwachte stammelte sie erst mal wirres Zeug: „Was ist … Wo bin ich… mein Kind … Jenny.“ Rieke ist verbotenerweise aufgestanden und beugte sich über Julia. „Julia, Hörst du mich?“ Immerhin nickt Julia schon mal: „Jan kümmert sich um Jenny, er weiß ja Bescheid das du noch mal operiert werden musstest. Alles andere wird dir der Arzt sagen.“ Rieke hatte zwar eine Vermutung, aber es würde schlimm genug wenn sie die Wahrheit erfährt. Sie wollte ihr das aber nicht sagen.

In der Reederei versuchte Freud Herrn Bachmann zu überreden nicht so hart zu seinen Leuten zu sein: „Herr Bachmann die Schongau fährt zwar unter Billigflagge obwohl sie ihnen gehört, was schon nicht OK ist. Aber das ist noch lange kein Grund, das sie ihre Leute monatelang nicht bezahlen.“ „Fragen sie doch die Offiziere die haben immer ihr Geld bekommen.“ „Ja ich weiß, aber auch indonesische Matrosen sind Menschen.“

Aber auch Oberst v. Hardenberg hatte keinen leichten Stand. Zusätzlich zu dieser brisanten Situation, kamen noch die Sprachschwierigkeiten. Da das MEK noch keine richtige Einsatzzentrale hatte, rief Herrn Gruber an und bat ihn um einen Dolmetscher.

Gruber ließ überall herumfragen im Haus und es meldete sich eine Frau die mit einem Indonesier verheiratet war. Sie bot ihre Hilfe an. Corinna war dankbar dafür und so wurde sie per Handy zugeschaltet. So konnte sie sich besser mit den Matrosen verständigen.

Freud hatte inzwischen weiter auf den Reeder eingeredet. Es war nicht leicht gewesen aber immerhin hatte er zugesagt dass er Geld zur Verfügung stellen wollte. Und dem Kapitän Bescheid geben würde das er das an die Mannschaft ausgeben sollte. Nach einigem hin und her sagen sie zu, wenn sie da Geld bis in 2 Stunden hätten, aufzugeben. Corinna gab das weiter an die Zentrale.

An Bord der Albatros atmete man erst mal auf. Holger nahm Kontakt mit Corinna auf. „Ist bei dir alles in Ordnung?“ „Ja soweit schon, wenn das Geld rechtzeitig kommt kann das hier hoffentlich unblutig beigelegt werden.“ „Wenn du was brauchst dann sag es. Gruber wird ein Boot mit dem Geld schicken.“ Corinna merkte dass ihn noch etwas bedrückte. „Was ist noch, Holger ich spüre doch das da noch was ist?“ Holger holte tief Luft.“ Ja, Rieke, Eriks Frau hat einen Unfall gehabt. Ich wollte nicht allein entscheiden ob wir es ihm jetzt sagen.“ Corinna überlegte einen Moment. „Wie geht es ihr?“ „Gruber sagt schon wieder besser.“ „ Dann sag es ihm.“

Aber jetzt ergibt sich ein anderes Problem. Herr Bachmann hat sich zwar bereit erklärt die ausstehende Heuer zu zahlen. Aber die Bank will ihm das Geld nicht geben, da sein Kreditrahmen erschöpft ist. Das heißt die Reederei Bachmann muss Konkurs anmelden. Her Bachmann und Herr Freud reden mit Engelszungen auf den Banker ein. „Hören sie es geht um leben und Tod, außerdem geht es nicht mehr alleine um Herrn Bachmann, sondern um 20 Matrosen, die sich und ihre Familien nicht mehr ernähren können.“ „Wenn ich sie recht verstehe, hat Herr Bachmann die Heuer schon seid Monaten nicht gezahlt, weil er angeblich kein Geld hatte.“ Erstaunt fragt Freund: „Was soll das heißen?“ „Herr Bachmann hat in besagten Monaten einen neuen Frachter gekauft.“ Jetzt wendet Freud sich an Bachmann: „Ja stimmt das denn?“ Bachmann stottert rum: „Ja schon, aber… aber das sind doch nur primitive Ausländer und für meine Landsleute habe ich ja die Heuer auch gezahlt.“ Freud und dem Banker verschlägt es erst mal die Sprache. Mit allem hatten sie gerechnet, aber nicht mit soviel Menschenverachtung.

Für Corinna rennt die Zeit nur so davon. Und als sie von den Schwierigkeiten hört, ahnt sie schon was da kommt. Sie rief ihre Leute und sagte ihnen dass sie wahrscheinlich doch eingreifen mussten. Erik war natürlich besorgt wegen seiner Frau aber er zeigte sich als Profi. Corinna hatte ihm die Leitung der Gruppe übergeben. Und sie hatte recht damit gehabt.

Die zwei Stunden waren fast vorbei als die Matrosen unruhig wurden und Corinna nichts anderes übrig blieb als das Zeichen zum eingreifen zu geben. Erik Lorenzen und die anderen wurden vom Helikopter so abgesetzt das die Matrosen es in der Messe nicht sehen konnten.

Als die Matrosen bemerkten dass die Gruppe an Bord gekommen war, war es für sie schon zu spät. Blitzschnell waren die Leute in der Messe und hatten die vollkommen überraschten Meuterer überrumpelt. Zum Glück war keiner weiter verletzt worden.

Corinna gab die Vollzugsmeldung an die Albatros weiter. Dabei meinte sie. „Eigentlich hätte man den Reeder in die Messe einsperren sollen.“

Damit war die Sache jedoch nicht ausgestanden. Denn einer der Matrosen war krank und einigen anderen ging es nicht gut. Corinna wusste natürlich sofort was das bedeutete. Sie rief Holger an und meldete das.

„Corinna jetzt mach dir mal nicht zu viel Sorgen, es muss ja nichts schlimmes sein. Ich werde Gruber sofort informieren, damit ein Arzt sich die Sache anschauen kann. Solange darf allerdings keiner den Kahn verlassen.“ „Holger!“ „Ja was ist?“ „Und wenn wir uns nicht wieder sehen.“ „Corinna, jetzt mach dich mal nicht verrückt.“ Dieser letzte Satz fiel ihm natürlich schwer, weil er die gleichen Befürchtungen hatte. Das warten bis der Arzt sein Urteil gesprochen hatte, war jetzt das schlimmste.

Im Krankenhaus hatte Julia inzwischen die bittere Wahrheit erfahren, dass sie ihr Kind verloren hatte und noch schlimmer, dass sie nie wieder Kinder haben würde. Rieke hätte zwar entlassen werden können, aber selbst die Ärzte hielten sie zurück. Denn sie hatten Angst dass Julia Selbstmordgedanken haben könnte. Nur gut, das Jan da war und sich liebevoll um sie kümmern konnte. Denn Gruber hatte ihm freigegeben und das solange bis Julia sich erholt hat.

Das Boot mit dem Arzt kam endlich. Und er begab sich in die Messe wo Corinna und ihre Leute die Matrosen separiert hatten. Den dem es am schlimmsten ging sah er sich als erstes an. „Was meinen sie Doc?“ wollte Corinna wissen. Er sah sie an. „Ich kann so nichts Genaues sagen. Es kann eine Art Grippe sein aber auch schlimmeres. Ich werde Blut abnehmen und es untersuchen lassen. Bevor wir nichts Genaues wissen steh das Schiff unter Quarantäne!“

Corinna schluckte. Quarantäne – ein Wort das sich nicht gut anhörte. Erstens wusste keiner wie lange es dauern würde und zweitens – es war wie ein Damokles Schwert das über ihnen hing.

Holger war auf der Brücke und wurde immer nervöser. „Was ist den da drüben los, warum meldet sich der Arzt nicht. Verdammt.“ Unterbaur legte ihm die Hand auf die Schulter. „Komm, ganz ruhig. Wenn du jetzt auch noch durchdrehst dann machst du Corinna nur noch unruhiger. Und sie braucht jetzt da drüben alle Kraft.“ Holger nickte. Er hatte ja Recht.

Corinna hatte Erik gesagt er solle Rieke anrufen, damit er beruhigt war. Und so erfuhren sie auch von Julias Unglück. Corinna war erschüttert. Aber was war wenn das hier schiefging.

Die Stunden vergingen doppelt langsam bis alle Untersuchungen gemacht waren. Ob Corinna oder Holger nervöser waren, lässt sich nicht sagen. Immer wieder telefonierten sie miteinander. „Holger ich habe Angst! Ich halte so zwar viel aus, aber so etwas macht mich fertig.“ „Corinna überlege mal, wie lange du schon auf dem Frachter bist. Hast du bisher irgendwelche Beschwerden?“ „Nein aber …“ „Nichts aber, es wird schon alles gut gehen.“

Inzwischen waren außer Jan und Rieke noch Kalle und der Arzt um Julias Bett versammelt, aber sie wollte sich nicht beruhigen. Schließlich hatte der Arzt nur noch die Wahl einer Beruhigungsspritze.

Corinna war auch schon fast mit den Nerven runter, da kam endlich das Ergebnis. Es war nicht so schlimm wie befürchtet. Der eine Matrose schwebt in Lebensgefahr im Krankenhaus, aber die Ursache ist ein Giftanschlag. Die Übelkeit der anderen Matrosen hatte allerdings eine viel einfachere Ursache. Aufgrund der Enge und langen Zeit ohne Nahrung.

Jan, Rieke und Kalle, die alle ein wenig frische Luft brauchten gingen nachdem Julia endlich eingeschlafen war raus. Allerdings vergaßen sie die Zeit und Julia wurde wieder wach und musste feststellen, dass niemand mehr bei ihr war, dies war ein erneuter Schlag für ihre sowie so schon ziemlich angeschlagene Psyche.

Deshalb zog sie sich an und wollte die Klinik verlassen, aber in dem Moment kamen Gott sei Dank Rieke, Jan und Kalle wieder rein. „Julia Schatz, du darfst doch noch nicht aufstehen“, sagt Jan sehr besorgt. „Aber ich halt es hier nicht mehr aus“, sagt Julia und fängt an zu weinen. „Wir schaffen das schon“, versucht Jan sie zu trösten und gibt Rieke und Kalle ein Zeichen bitte raus zu gehen. „Ich… „Julia, jetzt erholst du dich erst mal und dann sehen wir weiter.“ „Wenn du meinst.“ „Ja, meine ich und leg dich bitte wieder hin.“

In der Zwischenzeit hatten Rieke und Kalle neue schlechte Nachrichten bekommen.

Corinna war von dieser Tatsache so begeistert, dass ihr die restliche Aufgabe recht leicht von der Hand ging. Da jetzt ja auch keine direkte Gefahr mehr Bestand, schickte Ehlers Norge und zwei andere auf die Schongau um den Bordbetrieb aufrecht zu erhalten. Norge kümmerte sich erst mal um die Halbverhungerten Matrosen. Für den Oberst ergab sich nur die Frage, wer wollte, dass der Matrose starb und warum. Aber sie hoffte, bis sie in Neustadt ankommen, der Lösung auf die Spur zu kommen.

In Neustadt ging das Leben auch weiter. Der Wiederaufbau der Kneipe ging nicht so gut voran wie geplant, deswegen sagte Rieke zu Kalle: „Erik ist vorläufig sowieso Beschäftigt, kann ich dir irgendwie helfen?“ Ehe Kalle eine Antwort gab, schob er Rieke aus den Zimmer: „Vorläufig ja, aber hinterher gehört Julia wieder der Job. Ich glaube sie braucht ihn dann noch mehr wie vorher.“ „Natürlich was anderes hatte ich auch gar nicht vor. Dann lass uns doch alles soweit vorbereiten, dass dann die ersten Gäste kommen können.“ „Gute Idee Rieke, dann lass uns mal anfangen.“

Inzwischen war Julia ruhig eingeschlafen, so dass Jan, den die ganze Geschichte auch sehr mitgenommen hat nach Hause gehen konnte. Aber zu Hause hielt er es natürlich nicht lange aus, deshalb nahm er nach einiger Zeit Jenny und ging mit ihr in Richtung von Kalles Kneipe, umzugucken, ob der Aufbau gut vorangeht. „Geht`s Julia ein bisschen besser“, wurde er sofort von Rieke gefragt. „Immerhin schläft sie jetzt, aber besser gehen tut es ihr nicht wirklich.“ „Und wie geht es dir?“ „Ach Rieke, wenn ich das so genau wüsste.“ Aber mal was anders, kann ich euch irgendwas helfen?“ „Ja kannst du.“

Während Jan sich versucht abzulenken, ist Julia erneut wach geworden und was an das denken was Rieke ihr gesagt hat wegen Jan und dem Außendienst. Für Julia ist erst mal eine Welt zusammengebrochen. Erst mal bleibt sie liegen und ihre Gedanken drehen sich im Kreis. Aber dann versucht sie Aufzustehen, ist aber durch den Blutverlust und die Spritz noch so geschwächt, dass sie vor dem Bett zusammenbricht.

Auf dem Schongau beginnen der Oberst und Norge damit die Mannschaft zu vernehmen und zwar beginnen sie mit den Offizieren. Denn die Indonesier zu vernehmen ist wohl einfacher wenn sie in Neustadt sind und ein Dolmetscher vor Ort ist.

Dabei erfährt sie erstaunliches … An Bord sind dunkle Geheimnisse aufgetaucht.

Inzwischen hat die Schwester Julia entdeckt und einen Arzt gerufen. Damit sie nicht allzu schwer von der Wirklichkeit eingenommen wird, bekommt sie noch mal ein leichtes Beruhigungsmittel. Und dann meinte der Arzt: „Schwester versuchen sie mal Herrn Kamp zu erreichen und sagen sie ihm, dass seine Frau aufgewacht ist.“ „Gut, Herr Doktor das mache ich sofort“, und geht Richtung Schwesternzimmer. Da sie Kamp zu Hause nicht erreicht, ruft sie in der Küstenwach-zentrale an um seine Handynummer zu erfragen.

Bevor die Schwester aber dazu kam Jan anzurufen, hielt der Professor höchst persönlich sie davon ab. „Herr Professor, warum soll ich Herrn Kamp denn nicht anrufen?“ „Weil ich gerade von einer OP – Schwester gehört habe, dass der Arzt, der Frau Kamp operiert hat unter Alkoholeinfluss operiert hat und die Schwester glaubt, dass er dadurch die Gebärmutter mit einem Eierstock verwechselt hat.“ „Das würde, dann also bedeuten, dass Frau Kamp doch noch Kinder bekommen kann.“ „Ganz genau:“„Und deshalb, möchte ich Frau Kamp erst mal selber untersuchen, bevor sie ihren Mann anrufen.“ „OK!“

Also untersucht der Professor jetzt Julia und stellt fest, dass sie OP Schwester mit ihrem Verdacht Recht hatte. Der Professor sagt, Julia dann auch gleich die Wahrheit. „Also, Frau Kamp ich muss ihnen etwas sagen.“ „Was ist denn jetzt noch“, fragt Julia ängstlich.

„Ja, ich weiß gar nicht wie ich Ihnen das erklären soll. Der Arzt, der sie operiert hat, stand dabei unter Alkoholeinfluss. Und eine der OP-Schwester, hatte mir gegenüber den Verdacht geäußert, dass er dadurch die Gebärmutter mit einem Eierstock verwechselt hat. Und ich bin bei meiner Untersuchung, auch zu dem Ergebnis gekommen, dass Ihnen ein Eierstock entfernt wurde, aber nicht die Gebärmutter.“ „Muss ich dann jetzt noch einmal operiert werden?“

„Nein, müssen Sie nicht, und sie können auch noch Kinder bekommen. Und selbstverständlich können Sie gegen den Arzt Anzeige erstatten.

Julia ist natürlich überglücklich. „Ob ich Anzeige erstatten will, weiß ich jetzt noch nicht.“

„Das kann ich verstehen, denke Sie in aller Ruhe drüber nach, wenn Sie sich richtig erholt haben.“ „OK, können Sie vielleicht meinen Mann anrufen lassen?“ „Ja, ich werde es sofort veranlassen, dass man ihn anruft. „Ok, danke“ „Kein Problem, dann wünsche ich Ihnen noch weiter gute Besserung:“ „Vielen dank Herr Professor.“

Jan kommt eine halbe Stunde später, und findet eine recht gut gelaunte Julia vor…

Zum einen sagte der 1. Offizier aus: „Der Hassan hatte herausbekommen, dass der Kapitän einem Teil der Mannschaft die Heuer gezahlt hatte. Aber ich glaube nicht, dass einer deswegen einen Mord in kauf nehmen würde.“ „Die Rückschlüsse überlassen sie ruhig uns, dafür sind wir ja da.“

Aber nach einigem Hin und Her machte der Funker noch eine Interessante Aussage: „Wie sie wissen, war die Schongau in Australien und dort habe wir neben der offiziellen Ladung Weizen, auch noch einige Opale an Bord genommen. Natürlich waren die unverzollt.“ Woher wissen sie das denn?“ Wissen ist zu viel gesagt, aber ich bin Funker und bekomme von daher so einiges mit und denn Rest habe ich mir zusammengereimt.“ „Wusste Hassan etwas davon?“ Jetzt zögerte er wieder, nach einer Weile sagte er dann: „Ja, Hassan hat die Opale gesehen.“ „Glauben sie, dass hier an Bord jemand zu einem Mord fähig wäre?“ „Also ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.“ Und der Smutje sah so aus, als wüsste er sehr gut was Rauschgift wäre. Aber diese Frage musste bis Neustadt warten.

„Holger ich muss noch hier an Bord bleiben, denn hier gibt es noch einigen Aufklärungsbedarf.“ Corinna, pass nur auf! Wenn da so undurchsichtige Dinge vor sich gehen, dass ich hinterher nicht um dich weinen muss.“ „Ach Holger, ich pass schon auf.“

Kapitel 2

Julia trug zwar immer noch das Risiko das sie eine lebensgefährliche Blutung bekam, aber nach dieser Nachricht erholte sie sich doch sehr schnell – Und freute sich darauf wieder in der Kneipe mitarbeiten zu können.

Nach einer Woche konnte sie es nicht mehr aushalten, ihre Tochter Jenny wieder in die Arme schließen zu können. Also wurde sie mit allen guten Wünschen nach Hause entlassen, aber mit der Ermahnung sich noch zu schonen. Jan und Jenny erwarteten sie auch schon sehnsüchtig.

Zu Haus legt sich Julia, die sich unbedingt an die Anweisungen der Ärzte halten will, weil sie Angst hat dass sie eine Blutung bekommt und man ihr doch noch die Gebärmutter entfernen muss ins Bett. „Soll ich dir irgendetwas bringen mein Schatz?“ „Nein, braucht du nicht.“

„Hast du dir denn jetzt endlich überlegt, ob du den Arzt anzeigen willst, oder nicht?“

„Ich denke, dass ich ihn nicht anzeigen möchte, weil das nichts bringt. Seine Approbation verliert er so wieso, da das Krankenhaus ja rechtliche Schritte gegen ihn eingeleitet hat.“

„Ganz wie du meinst mein Schatz.“ „Ich bin ehrlich gesagt nur froh, dass ich noch Kinder bekommen kann. Und ansonsten möchte ich diese Geschichte so schnell wie möglich vergessen.“ „Schon klar!“ Jenny, die geschlafen hatte, wacht auf. „Mama Durst.“ „Der Papa holt dir was mein Schatz.“ Als Jan mit dem Trinken wieder da ist, bekommt er einen Anruf von Kapitän Ehlers.

„Ich wollte nur mal hören wie es, mit Julia ausgegangen ist?“ „Ach das neueste wissen sie ja noch nicht Kapitän, Julia ist wieder zu Hause, sie muss sich zwar noch Schonen aber sie ist noch am schlimmsten vorbeigekommen.“ „Na, das ist ja mal was Erfreuliches. Dann wir ja demnächst einiges zu feiern.“ „Ja, wo sind sie denn?“ „Noch draußen, aber wenn alles gut geht sind wir in einer viertel Stunde im Hafen. Kamp ich weiß Gruber hat ihnen frei gegeben, aber könnten sie in die Zentrale kommen, denn der Fall ist doch sehr rätselhaft.“ „Kein Problem Kapitän.“

„Corinna wie sieht es bei euch aus?“ „Wenn ich das nur wüsste, Holger. Die Leute sagen mir nicht alles.“ „Na, das wäre ja auch zu schön, dann wäre unsere Arbeit ja bald überflüssig.“ Er hatte das gerade ausgesprochen, da fällt auf der Schongau ein Schuss. „Corinna, ist alles in Ordnung?“ Keine Antwort – aber nach einer Weile meinte eine männliche Stimme: „Wir brauchen keine Hilfe, bleiben sie uns von der Wäsche, sonst stirbt noch einer.“ Ehlers wird blass und das Handy fällt ihm aus der Hand.

Währenddessen versorgte Norge schon Corinna, die einen Streifschuss am Arm hat. „Frau Oberst von Hardenberg, Sie müssen so schnell wie möglich nach Neustadt ins Krankenhaus.“ „Aber wir müssen doch hier noch zum Ende kommen“, widersprach Corinna heftig. „Das kann doch auch wer anders machen, Ihre Verletzung muss versorgt werden. Ich nehme jetzt mit der Albatros Kontakt auf.“ „Tun Sie was Sie nicht lassen können.“ Also versucht Norge nun mit Ehlers Kontakt aufzunehmen.

„Kapitän Ehlers bitte melden! Kapitän Ehlers antworten Sie doch.“ Indem Moment meldet sich Jana Deisenroth „Kai, was gibt es denn?“ „Frau von Hardenberg hat einen Streifschuss und ich möchte, dass sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommt. Aber warum kann ich nicht mit Ehlers sprechen?“ „Weil der ohnmächtig ist. Aber ich rufe jetzt Gruber an und informiere ihn.“ „OK, Jana!“ „Kai, sag Frau von Hardenberg nicht, was mit Ehlers ist.“ „Geht klar, Jana.“

Unterdessen ist Jan in der Einsatzzentrale angekommen. Gruber meinte: „Was wollen sie denn hier?“ „Ich hatte Kapitän Ehlers berichtet, dass es Julia besser geht und da hat er mich gebeten her zu kommen. Weil er wohl einen kniffligen Fall hat.“ „Allerdings kann man wohl sagen.“

Ehe Norge wieder zum Oberst gehen kann, ist er in dem Funk Raum eingeschlossen.

Corinna merkt schon, dass Norge nicht wieder kommt und versucht sich aufzurichten, denn sie muss mit ihren Leuten sprechen. Aber auch sie war eingesperrt. Jetzt konnte sie nur hoffen, dass Lorenzen und die anderen, ihrer Leute das noch bemerkten bevor sie wieder zurückflogen. Mit diesem Arm, konnte sie wirklich nicht viel machen, außer …

Norge kannte sich zum Glück etwas mit Funkgeräten aus und so konnte er auf einer anderen Frequenz die Albatros erreichen und Jana sagen was los war. Denn kurz danach war die Verbindung unterbrochen und Norge konnte machen was er wollte das Gerät blieb stumm. Wahrscheinlich hatten die, die Antenne gekappt, damit er keine Hilfe rufen konnte. Nur gut, das Jana schon bescheid wusste, denn sein Handy hatte er bei dem Oberst vergessen.

Inzwischen hatte Corinna über Norges Handy Holger erreicht: „Corinna, du lebst oh wie schön.“ Und plötzlich war jede Lethargie von ihm abgefallen. „Warum sollte ich nicht leben.“ Holger konnte sie allerdings nur Bruchstückhaft verstehen, da Corinna in einem Funkloch steckte. „Norge hat mich verbunden, aber jetzt ist er weg und ich bin eingesperrt.“ Danach brach die Verbindung endgültig zusammen, aber was er gehört hatte genügte um ihn zu aktivieren.

Er stand auf und wollte zu Jana gehen, um diese darüber zu informieren, dass sie etwas tun müssen, als diese ihm schon entgegen gelaufen kam. „Du Holger, ich glaub drüben auf der Schongau gibt es Probleme, ich hatte gerade Norge am Funk, der mir irgend etwas mitteilen wollte, aber auf einmal war die Verbindung weg.“ „Ich hatte gerade Corinna am Handy und dieses Gespräch, was zwar schwer zu führen war, da Corinna in einem Funkloch war, aber ich habe auch das Gefühl, das wir etwas tun müssen.“ „Aber was?“…

In diesem Moment klingelt das Handy in Corinnas Nähe. Weil die Leitung so schlecht war konnte sie kaum etwas zu verstehen, aber sie glaubte Lilli zu hören. Sie versuchte ihr was zu sagen, aber es kam wohl nichts durch. Aber schlimmer war der Gedanke an Holger …

Lilli, jetzt total verwirrt, rief bei Ehlers an und der klärte sie erst mal auf: „Frau Carlson es ist schon ganz richtig, dass sie eine Frauenstimme gehört haben. Es war Corinna, warum sie aber Norges Handy hat weiß ich im Augenblick nicht.“ „Kapitän, was ist denn passiert?“ Genaues weiß ich im Augenblick auch nicht. Ich wollte gerade Mal Gruber anrufen. Aber wenn sie helfen wollen, fragen sie doch Gruber was sie machen können, er hat doch den besseren Überblick.“ „Werde ich machen, ich werde keinen im Stich lassen, auch wenn ich nicht mehr hier bin.“

„Herr Gruber was haben sie inzwischen über die Schongau und ihre Besatzung noch erfahren? Ich weiß zwar nicht viel, aber das es dort noch um mehr geht wie nur die Heuer, habe ich schon mitbekommen.“ „Ehlers, Oberst von Hardenberg hat mich vorhin angerufen. Um wirklich etwas Unternehmen zu können, müssen sie erst mal hier sein.“ „Herr Gruber, wir müssen aber sofort etwas unternehmen. Ich glaube die haben Corinna und Norge als Geiseln genommen.“

Da kam Lilli in Grubers Büro …

Lilli hört wie Gruber zu Jan sagt: „Kamp, wir müssen was unternehmen laut Ehlers hat die Besatzung der Schongau Oberst von Hardenberg und Kai Norge als Geiseln genommen.“ Lilli ist davon so geschockt, dass sie vergisst Guten Tag zu sagen. „Frau Carlson, wo kommen Sie denn her“, wird sie von Gruber begrüßt. „Ich habe gerade Urlaub, und diesen wollte ich eigentlich dafür nutzen um noch mal mit Norge zu reden.“ „OK! Aber warum sind sie jetzt hier in der Einsatzzentrale?“ „Weil ich versucht hatte Norge über Handy zu erreichen, da aber Oberst von Hardenberg dran gegangen ist und ich darauf hin Ehlers angerufen habe. Der, der Meinung war, dass wenn ich helfen wollte ich mich bei Ihnen melden soll und deswegen bin ich jetzt hier, weil ich gern helfen würde.“ „In Ordnung Frau Carlson, allerdings weiß ich im Moment nicht, was sie machen können. Herr Kamp, haben Sie eine Idee?“ „Also, zu diesem Fall hier nicht. Aber Lilli du kannst, wenn du möchtest zu Julia gehen, die freut sich bestimmt.“ „Ja, kann ich machen. Wo ist sie denn?“ „Sie ist zu Hause muss sich aber noch schonen, den Rest wird sie dir bestimmt selber erzählen. Ich gebe dir meinen Schlüssel mit, dann kannst du rein gehen. Julia ist wahrscheinlich oben im Schlafzimmer. Pass aber auf, dass du sie nicht erschreckst, sie darf sich nämlich nicht aufregen.“ „Geht klar Jan.“

Lilli macht sich dann also auf den Weg zu Julia. Dort angekommen unterhält sie sich mit Julia über alles Mögliche, nur das Thema Kai lässt sie außen vor.

Sie sind gerade in das Gespräch vertieft, da klingelt das Telefon. Julia geht ran, aber reicht Lill gleich drauf den Hörer: „Lilli kannst du do mal in die Zentrale kommen, wir müssen einige Leute befragen und vielleicht auch observieren. Gruber hat gerade mit deinem Einsatzleiter gesprochen und er ist einverstanden, dass du in diesem Fall hier mitarbeitest.“ „OK, ich sage nur Julia bescheid und mache mich dann auf den Weg, wo soll ich hinkommen?“ Erst mal in die Zentrale, Gruber will dir dazu noch etwas sagen.“

Ehlers versucht über Funk die Schongau zu erreichen hat aber keinen Erfolg. Aber von Gruber hat er einige Handynummern bekommen, also versucht er es dort, als erstes hat er den Kapitän dran: „Nein Herr Ehlers hier ist alles in Ordnung und mit dem Funkgerät ist wahrscheinlich ein Momentaner Aussetzer, aber ich werde mich drum kümmern.“

Das war ja wenig ergiebig, darum versucht er es weiter und hat den ersten Offizier dran. Da Corinna schon eine Andeutung gemacht hat, er könnte in den schmutzigen Geschäften mit drin hängen wird er vorsichtig, wahrscheinlich macht er mit Reeder Bachmann gemeinsame Sache: „Sie sind der 1. Offizier an Bord, können sie mir sagen, warum ich Oberst v. Hardenberg und Norge nicht erreichen kann?“ „Tut mir Leid Kapitän, ich habe nicht die geringste Ahnung. Ich muss das Gespräch leider beenden ich muss auf die Brücke.

Ehlers ist sich fast sicher, der Kerl sagt nicht die Wahrheit, warum hat er sonst schnell aufgelegt. Das sagt er auch zu Jana die gerade aus der Messe kommt.

„Holger ich kann zwar verstehen, dass du dir Sorgen machst, aber Gruber hat gesagt, wir sollen vorsichtig sein, und ich glaube er hat Recht.“ „Wir müssen, aber doch irgendetwas tun, ich kann nicht einfach nur abwarten.“ „Das musst du aber im Moment, wer weiß, was passiert, wenn wir uns da jetzt einmischen. Vielleicht bringen wir Corinna und Norge dann nur noch mehr in Gefahr.“ Dies hätte Jana besser nicht sagen sollen, weil Holger sich jetzt erst recht aufregte.“ „Willst du damit etwa andeuten, dass sie sich sowie so schon in Gefahr befinden?“ „Holger, ich weiß es doch auch nicht, aber schließlich hast du vorhin einen Schuss gehört, und das deutet ja wohl schon auf Gefahr hin.“ „Mein Gott Jana, dann lass uns endlich etwas unternehmen.“ „Nein, Holger ich halte es wirklich für besser, wenn wir abwarten, bis Gruber oder Kamp sich melden.“ „Wenn die sich in zehn Minuten noch nicht gemeldet haben, dann ruf ich da noch mal an.“ „Tu was du nicht lassen kannst Holger“, sagt Jana ein wenig sauer.

Auch in Neustadt beim Wiederaufbau von Kalles Kneipe läuft nicht alles so wie geplant.

Rieke, die gerade einige Gläser kaputt geschmissen hat: „Heute geht aber auch alles schief.“

„Rieke, jetzt reg dich nicht auf, dann kaufen wir halt neue Gläser.“ „Trotzdem ist es ärgerlich. Hoffentlich haben die anderen bald diesen Fall gelöst, und können uns helfen.“ „Ja, da hast du recht.“

Zur gleichen Zeit kommt Lilli endlich in der Zentrale an. „Hier bin ich!“ „Schön Frau Carlson, dass sie uns unterstützen.“ „Was kann ich denn machen?“ „Sie können mit Kamp rausfahren und die Verdächtigen befragen. Aber vorher sollte ich ihnen vielleicht noch einige Fakten erzählen, die sich bisher ergeben haben.“ „Ja Herr Gruber ich höre.“ „Also das wichtigste was ich erfahren habe, ist wohl von den Schwarzmarktgeschäften auf dem Frachter und die drohende Insolvenz des Reeders. Also liegt der Verdacht nahe, dass Bachmann und einige andere aus der Reederei, nicht so eine weiße Weste haben wie sie vorgeben. Also fühlen sie den Herren mal auf den Zahn. Sie und Kamp sind doch von früher her ein eingespieltes Team.“ „Komm Jan, dann wollen wir mal Zahnarzt spielen. Alles andere erzählst du mir sicher unterwegs.“ Und schon sitzen die beiden im Wagen und fahren zu Reederei.

„Gut dann fangen wir erst mal mit dem Reeder an. Lass uns in die Höhle des Löwen gehen.“ Aber bevor sie die Reederei betreten können klingelt Jans Handy: „Julia, du hast dir so ziemlich den ungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht, ist was Wichtiges?“ „Kann man wohl sagen. Ich habe Jenny gerade ins Krankenhaus gebracht.“ „Oh Gott, ist es so schlimm?“ „Der Arzt meint: „Nein, aber ich bin mir nicht so sicher.“ „Ich komme sobald ich hier wegkomme.“

Lilli, die nicht mitgekriegt hatte, was Julia Jan gesagt hat und nur Jans erschrockenes Gesicht sieht fragt „Jan, was ist denn passiert?“ „Julia hat Jenny ins Krankenhaus gebracht, aber irgendwie konnte ihr anscheinend noch keiner wirklich sagen, was los ist. Zumindest hat sie mir nichts Genaues gesagt. Hoffentlich regt sie sich nicht zu sehr auf, sie soll sich doch noch schonen.“ „Soll ich hier allein ermitteln, dann kannst du zu ihr Ins Krankenhaus fahren.“ „Nein, Lilli es ist besser, wenn wir das zu zweit machen, weil du ja nur Ausnahmsweise für uns arbeiten darfst, nicht dass du noch Ärger mit deinem Chef bekommst.“ „Aber, dann ruf zumindest Kalle an, dass der zu ihr fährt.“ „Das ist eine gute Idee.“ Jan ruft dann auch sofort Kalle an. „Hallo Kalle! Hier ist Jan!“ „Jan, was gibt es?“ „Julia hat Jenny ins Krankenhaus gebracht und ich kann hier nicht weg. könntest du vielleicht hinfahren?“ „Natürlich, ich fahre sofort hin.“ „Danke Kalle!“

Als Kalle und Rieke, die auch mit wollte, im Krankenhaus ankommen, kommt Julia gerade von einer Untersuchung vom Professor. „Ich dachte Jenny wäre krank, und nicht du“, stellt Rieke fest. „Ja, das ist schon richtig, aber der Professor wollte mich noch einmal untersuchen um festzustellen, ob die Gefahr einer Blutung jetzt endgültig vorbei ist.“ „Und ist sie vorbei?“ „Ja, ist sie Gott sei Dank.“ „Und was ist mit Jenny“, fragt Kalle „Der Arzt vermutet eine Lebensmittelvergiftung.“ In dem Moment wird Rieke ohnmächtig…

„Herr Bachmann, was wissen sie über die Vorgänge an Bord der Schongau?“ „Was soll da sein? Die Matrosen haben doch ihr Geld jetzt sollen die doch zufrieden sein. Wenn die noch viel Terror machen schmeiße ich sie raus und nehme andere.“ „Herr Bachmann meinen sie nicht, sie nehmen den Mund ein bisschen voll, in ihrer Situation.“ „Wer sagt denn ich bin pleite, doch nur ihr Herr Freud, der hat doch ein Rad ab.“ „Halt Herr Bachmann, denken sie dran sie sprechen von unserem Kollegen. Sollen wir sie auch noch wegen Beamtenbeleidigung festnehmen?“ „Jetzt machen sie mal aus einer Mücke keinen Elefanten, ihr seid schließlich auch nichts Besseres.“ „Jetzt rechts, das müssen wir uns nicht gefallen lassen. Komm Jan!“ sagt Lilli und verlässt das Büro.

Aber sie fahren nicht ab, sondern legen sich auf die Lauer und es dauert auch nicht lange und Herr Bachmann steigt in sein Auto. Was nun folgt …

Kalle ist und bleibt Sanitäter, kümmert sich sofort um Rieke: „Mensch Mädchen was ist denn? Jag` uns doch nicht so einen Schrecken ein.“

Da kommt der Kinderarzt vorbei und sagt: „Wenn sie nicht sofort gekommen wären hätte es schlimm werden können, aber einen Pseudokruppanfall bekommen wir noch allemal unter Kontrolle. Was ist mit der Frau denn?“ Kalle sagte: „Ich war Sanitäter bei der Küstenwache, aber mir fällt dazu auch nichts ein.“

„Dann ist es wohl besser, wenn wir sie mal in einen Untersuchungsraum bringen.“ „Was ist jetzt eigentlich mit meiner Tochter, muss sie hier bleiben, oder nicht?“ „Es wäre schon besser, wenn sie über Nacht hier zu Beobachtung bleibt. Sie können auch gern hier übernachten.“ „OK, Danke.“

Während Rieke untersucht wird, müssen Julia und Kalle vor der Tür warten. „Weißt du was mit ihr los ist?“ „Nein, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass als ich das letzte Mal ohnmächtig geworden bin; ohne wirklichen Grund; ich schwanger war“, den letzten Teil sagt sie ein bisschen traurig. „Ach Julia, sei nicht traurig, du wirst bestimmt bald wieder schwanger.“ „Du hast ja Recht Kalle! Aber vielleicht hat Riekes Ohnmacht auch was mit ihrem Unfall zu tun.“ „Das glaube ich eher weniger.“ „Dann können wir nur abwarten, was der Arzt sagt.“

Kurz danach kommt der Arzt zu den beiden. „Also, Frau Claasen leidet unter akuter Blutarmut, und muss deshalb hier bleiben. Können Sie ihre Familie informieren?“ „Ja, können wir! Lässt sich den diese Blutarmut heilen?“ „Ja, lässt sie, wir werden ihr jetzt Bluttransfusionen geben.“ „Ok, Danke.“ Julia ruft dann auch sofort Ehlers an, da sie denkt, dass es besser ist, wenn sie ihn informiert und er dann Erik Bescheid sagt.

„Ehlers!“ „Hallo Kapitän, hier ist Julia Kamp!“ „Frau Kamp, was gibt es?“ „Können Sie bitte Herrn Lorenzen darüber informieren, dass seine Frau in der Klinik liegt.“ „Das ist im Moment schlecht, aber sobald es geht, sag ich ihm Bescheid, aber was ist denn mit Frau Claasen?“ „Sie leidet an Blutarmut!“ „Ok, Danke für die Information Frau Kamp.“

Währenddessen erleben Jan und Lilli etwas was ihnen sehr merkwürdig vorkommt. Bachmann fährt zum Hafen nimmt sich ein Boot und fährt damit einfach weg.

Lilli will gerade Kapitän Ehlers anrufen, da hält Jan sie zurück. Lilli guckt erstaunt: Jan was ist denn?“ Die letzten Worte kommen nur gepresst heraus, weil Jan ihr den Mund zu hält. Und dann sieht Lilli auch schon den Grund. Bachmann hat einen Komplizen und der braucht sie ja nicht gerade zu hören.

Kalle redet beim Arzt mit Engelszungen, um etwas mehr über Riekes Krankheit herauszubekommen. „Herr Schneidewind, ich möchte ihnen ja gerne mehr sagen, aber woher die Anämie kommt weiß ich noch nicht. Sie wissen ja auch das es mehrere Möglichkeiten gibt.“ „Dann kann es ja recht harmlos sein.“ „Den Symptomen nach zu Urteilen, im Moment nicht …, aber wie gesagt in 24 Stunden wissen wir mehr.“ Dann werden Frau Kamp und ich erst Mal gehen.“ „Ja tun sie das, wir können sie ja anrufen, wen sich etwas ändert.“

Auf der Albatros rennt Ehlers wir ein gefangenes Tier auf der Brücke rum und macht alle Leute nervös. Jana und Wolfgang versuchen ihn zwar zu beruhigen, aber das klappt nur bis zu einem gewissen Grade, denn auch sie machen sich Sorgen. „Ich verstehe gar nicht, wie ihr so ruhig dasitzen könnt. Schließlich sind da drüben, Leute dir wir kennen und lieben in Gefahr.“ Holger ich weiß es ist schwer, aber das ist doch nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein.“ „Wolfgang du hast ja recht, aber – warum bin ich nur nicht selber gegangen?“ „Dann säße Corinna hier und würde sich sorgen machen, was wäre daran besser?“

Corinna war durch den Blutverlust geschwächt und hatte sich eine Weile erholen müssen. Jetzt hatte sie neue Kräfte gesammelt und sah sich um. Sie musste doch irgendwie hier heraus kommen können. Sie sah sich die Tür an und fand dann ein Stück Draht mit dem sie das Schloss knacken konnte. Vorsichtig schlich sie auf den Gang hinaus. Von einem Raum in der Nähe kamen Stimmen sie bewegte sich vorsichtig fort hin. „Wir stecken verdammt in der Scheiße. Mir ist gar nicht wohl dabei diese BGS Leute hier auf dem Schiff zu haben. Was sollen wir mit ihnen machen?“ „Das wird uns der Boss schon sagen. Halt bloß die Klappe.“

Corinna hatte genug gehört. Sie musste jetzt versuchen Norge zu finden. Sie brauchte ewige Zeit, dann hatte sie den Raum gefunden indem Norge war.“ Sind sie OK?“ Flüsterte sie durch die geschlossene Tür. „Ja, ich bin OK“, kam es leise zurück. „Ich lasse sie raus, der Schlüssel steckt von außen.“ Norge sah sie besorgt an. „Wie geht es ihnen?“ Corinna zuckte mit den Schultern. „Es geht. Wir müssen Kontakt zu meinen Leuten aufnehmen. Versuchen wir in den Funk Raum zukommen.“

„In den Funk Raum? Dann kommen sie rein, aber das nützt nicht viel. Die haben das Funkgerät irgendwie lahm gelegt.“ „Und über Handy kommen wir hier nicht raus. Aber vielleicht kommen wir ja an Deck und können von dort aus Lorenzen erreichen. Vielleicht ist er ja sogar noch an Bord.“

Kalle kümmerte sich weiterhin um Rieke, die allerdings mittlerweile bei Bewusstsein war, nur noch ziemlich schwach: „Kalle, ich bin noch mal gut weggekommen, ich kann auch wieder nach Hause. Ich muss nur vorläufig Eisentabletten nehmen. Kalle wofür sind die eigentlich?“ „Aus dem Eisen wird der Rote Blutfarbstoff gewonnen und der trägt zur Sauerstoffversorgung des Körpers bei. Reicht das oder soll ich einen Vortrag halten?“ Ne schon gut Kalle. – Gehen wir noch zu Jenny.“ „Rieke, die ist schon mit ihrer Mutter nach Hause gegangen.“

„Dann lass uns zu den beiden fahren.“ „Rieke, ich glaube, es ist besser, wenn ich dich nach Hause bringe, schließlich braucht dein Kind seine Mutter auch noch ne Weile.“ „Ich möchte, aber nicht nach Hause.“ „Ich halte es aber für besser.“ „Ich kann mich doch auch bei Julia schonen.“ „Ja, wenn du meinst, du willst ja sowieso nicht auf mich hören.“ „Ne, will ich auch nicht.“ Also, fahren die beiden zu Julia, dort sind sie ca. 10 Minuten, als Kalle einen Anruf von Wolfgang bekommt…

Sie waren noch gar nicht weit gegangen, da fielen sie über einen scheinbar Toten. Nach dem zweiten Blick erkannten sie allerdings, dass er Lorenzen war. „Mensch Erik wie kommen sie denn hier her?“ versuchte Corinna ihn anzusprechen. Was sie jedoch auch in der Dämmerung unter Deck erkennen konnten: Lorenzen hatte zwar die Augen offen aber er hörte und sah sie nicht. „Norge mit was für einem Teufelszeug haben sie den abgefüllt?“ „Das kann ich so nicht sagen, schaffen wir ihn besser erst mal an Deck.“ Wie weise diese Entscheidung war sollten sie gleich erfahren.

Sie hörten wütende stimmen: „Scheiße Sidney ich denke du hast die beiden eingeschlossen.“ „Habe ich ja auch, aber die können nicht weit sein, die Frau blutete wie eine abgestochene Sau.“ „Wohl jetzt nicht mehr oder siehst du irgendwelcher Blutspuren?“ „Das nicht aber guck mal, hier eine Haarnadel, damit hat sie die Tür aufgemacht.“ „Hoffentlich hast du den Mann besser weggeschlossen.“ Und nach einer Weile: „Sidney du bist wirklich ein Trottel, den Schlüssel stecken zu lassen.“ Wer konnte denn ahnen, das diese blöde Kuh sich befreien kann.“ „Egal wie jetzt schleichen die beiden hier rum, dass wir dem Kapitän kaum schmecken.“ „Bolle die werden sich wohl kaum sehen lassen und solange brauchen wir ja auch nichts sagen.“ „Das meinst auch nur du“, packt ihn am Kragen und schleift ihn Weg.

Aber auch auf der Albatros war die Zeit des Wartens vorüber. Wo fuhr nur der Reeder hin?

Kamp hatte sich per Handy gemeldet. Er und Lilli hatten den Reeder mit einem Schnellboot verfolgt und hatten mit angesehen wie er auf der Höhe von Fehmarn auf einen Frachter umgestiegen war.

Eine Nachfrage beim Schifffahrtsregister ergab dass es sich genau um den Frachter handelte den der Reeder Bachmann gekauft hatte. Ehlers gab Kamp die Anweisung dem Frachter zu folgen. Zur gleichen Zeit setzte sich die Schongau zum Erstaunen der Crew, von der Albatros, im Bewegung.

Ein Handytelefonat teilte der Albatros mit, das sie sich zurückhalten sollten, wenn sie die Geiseln nicht gefährden wollten Ehlers stand wie angewurzelt auf der Brücke. Jana meinte wir müssen ihnen folgen, doch Holger schüttelte energisch mit dem Kopf. Nein wenn sie das merken, erschießen sie die Geiseln wir lassen sie erst mal fahren und halten uns außer Sichtweite.

Wenig später kam ein erneuter Anruf von Kamp, Der ihnen Kurs und Geschwindigkeit des Frachters mitteilte als sie sich über den Kartentisch beugten stellten sie zu ihrem erstaunen fest, dass sich der Kurs beider Schiffe kreuzte.

„Will Bachmann denen jetzt Anweisungen geben, oder was“, fragte Alex Johannson erstaunt. „Es scheint so Frau Johannson.“ „Holger, was hast du denn jetzt vor?“ „Jana, ich weiß es noch nicht, ich habe Angst, dass sie Corinna und den anderen wirklich was antun, wenn wir ihnen Folgen.“ „Aber wir können doch nicht nur einfach abwarten.“ „Ach jetzt auf einmal bist du auch dieser Ansicht, aber als ich das gesagt habe, warst du der Meinung, dass wir abwarten müssten, was passiert.“ „Ja, schon, aber da wusste ich ja nicht, dass es so gefährlich wird. Und außerdem will ich das hier so schnell wie möglich beenden, ich möchte nämlich nach Hause.“ „Nicht nur du Jana“, ließ sich Wolfgang aus dem Hintergrund vernehmen.“ „Denkt ihr etwa, dass ich nicht nach Hause möchte? Ich möchte auch nach Hause, aber vorher möchte ich sicher stellen, dass es Corinna und den anderen gut geht.“ „Holger, es ist schon ok.“ „Ich ruf jetzt Gruber an, der soll uns endlich mal sagen, was wir machen sollen.“ „In Ordnung Holger:“

Während Ehlers mit Gruber redet, fragt Wolfgang Jana: „Was macht eigentlich Rebecca?“ Ach der geht’s eigentlich ganz gut. und alles wäre in Ordnung wenn sie in der Schule nur nicht so stinke faul wäre.“ „Fällt ihr das lernen also leicht?“ „Das nicht gerade, sie müsste mehr tun, aber ich kann sie ja auch nicht den ganzen Nachmittag anbinden. Jetzt will sie auch noch Reitstunden nehmen.“ „Zieh die Zügel nicht zu stramm. Wenn du sie zu sehr antreibst verliert sie nur die Lust an der Schule. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Erstaunte Frage von Jana, „Wie du? Ich dachte du wärst ein Musterschüler gewesen.“ „Aber mit den entsprechenden Streichen.“

Ehlers hatte derweil das Gespräch mit Gruber beendet: „Also Gruber meinte wir sollten uns mit einigen Leuten von der MEK auf dem Schnellboot sammeln und den Frachter stürmen.“ Jana fragte: „Werden die Leute direkt dort abgesetzt oder wird die Albatros als Basis benutzt?“ Natürlich habe ich die Einsatzleitung, aber die Leute werden mit einem anderen Boot auf das Schnellboot gebracht. Die sind auch in Zivil, so das die Besatzung keinen Verdacht schöpft. – Aber gib lieber Waffen aus und sag den Leuten sie sollen sich bereit halten.“

„Ok, mache ich! Aber danach bin ich mal kurz nicht zu sprechen.“ „Was hast du vor?“ „Ich möchte Rebecca anrufen, um zu hören, ob bei ihr alles ok ist.“ „Ist ok Jana.“

Währenddessen in Neustadt bei Julia, Rieke und Kalle. „Rieke, willst du dich nicht doch lieber ein wenig hinlegen?“ „Nein, Julia, das möchte ich nicht, mir geht es schon viel besser.“ „Na, Mädchen jetzt übertreib mal nicht“, mischt Kalle sich ein.

„Wenn du meinst Kalle.“ „Jetzt streitet euch nicht.“ „Wir doch nicht.“ „Ne ihr doch nicht schon, schon klar.“ „Glaubst du uns etwa nicht?“ „Nein ich glaub euch nicht.“

So geht das auch einige Zeit lang weiter, bis es an der Tür klingelt.

Draußen seht der Nachwuchs von Rieke und sagt zu Kalle: „Meine Mutter ist nicht zu Hause, ist sie noch im Krankenhaus?“ „Nein, deine Mutter ist hier, sie wollte nur nicht alleine zu Hause sein. Komm doch rein.“ „Ja Opa Kalle.“ „Nun mal nicht so schnell, meine Enkelkinder wollte ich mir eigentlich alleine aussuchen. Aber weil du es bist, OK.“ Und schließt die Haustür. Drinnen erzählt er das erlebte, da sagt Rieke zu ihrem Kind: „Du kannst doch nicht einfach andere Leute so anreden.“ Aber Mama, du hast doch gesagt Kalle ist unser guter Geist. Warum dann nicht auch meiner?“ „Rieke lass gut sein, dass Kind hat ja recht.“

Währenddessen kommen noch 10 Leute vom MEK auf dass Schnellboot und über Handy wird der Einsatzplan gemacht. Corinna und Norge waren inzwischen an Deck gelangt. Sie hatten es geschafft den Leuten aus dem Weg zu gehen. „Wir müssen was unternehmen.“ Sie hatten unter Deck Lorenzen gefunden der aber in einem schlechten Zustand war. Es sah so aus als ob sie ihn mit Drogen voll gepumpt hätten. „Wie geht es ihm?“ fragte Corinna Norge der sich um ihn kümmerte. „Na ja vorerst können wir nichts mit ihm anfangen.“ Corinna nickte. „Wir sind also auf uns allein gestellt. Na gut. Kommen sie Norge, wir müssen sehen dass wir an Waffen kommen. Irgendwas geht hier vor.“

Sie sahen sich um und dann kam ihnen ein Zufall zur Hilfe. Einer der Matrosen hatte an Deck seine Waffe hingelegt und war unaufmerksam gewesen. Corinna konnte ihn überwältigen. Sie schleiften ihn in einen Verschlag. Dann fragte sie ihn aus. Und was sie da heraus fanden war ungeheuerlich. Der Frachter hatte Drogen in großen Mengen aus Südostasien an Bord, und der Reeder steckte hinter dem Geschäft. Man sollte die Drogen jetzt auf das Zweite Schiff des Reeders umladen. „Das müssen wir verhindern, Norge.“

„Nein verhindern nicht, Norge.“ Norge guckte wie ein Auto: „Wieso nicht?“ „Mensch Norge denken sie mal nach. Wenn wir die Küstenwache informieren können sie die Brüder doch gleich hoch nehmen. Wir müssen nur verhindern das sie zu früh damit anfangen.“ „Corinna …“ Norge wurde Rot … „Ich meine Oberst von“, „Schon gut Norge, bleiben sie bei Corinna“ „Also gut! Sie haben Recht, dann versuche ich mal die Albatros zu erreichen. Hier oben müsste dass ja klappen. Wo ist das Handy?“ „Hier“

Währenddessen schlich sich das MEK mit dem Schnellboot an den zweiten Frachter. Von den Drogen wussten sie ja noch nichts. Aber zum Gluck hatte Norge Erfolg und konnte Ehlers von den Drogen erzählen: „Danke Norge, ich werde sofort die anderen informieren. Übrigens, wie geht es Corinna?“ „Abgesehen von einem Streifschuss ganz gut, sie ist schon wieder auf Beobachtungsposten.“ Norge hörte fast den Stein plumpsen, so erleichtert war Ehlers.

„Hören sie Koller, ich habe gerade erfahren auf der Schongau sind Drogen, die sollen auf den Frachter umgeladen werden. Also seien sie vorsichtig“

Corinnas Leute hatten sich auf die veränderte Lage eingestellt. Sie wussten nun was sie erwartete und konnten dementsprechend handeln. Sie machten sich natürlich sorgen um Corinna die ja in Gefahr war.

Corinna und Norge hatten sich an Deck ein Versteck gesucht von dem sie alles beobachten konnten. Inzwischen hatte man wohl den Verlust des Matrosen bemerkt den sie geschnappt hatten. Er wurde gesucht. Doch bis jetzt hatten sie ihn wohl nicht gefunden.

Der Frachter näherte sich der Schongau, Offenbar hatte der Kapitän schon Kontakt aufgenommen, denn die Schongau nahm Fahrt weg und wurde langsamer. Corinna beobachtete dass sich auf dem anderen Frachter etwas tat. Offenbar wurde ein Boot ausgesetzt. Wollten sie die heiße Fracht mit dem Beiboot holen? Sie hoffte dass ihre Leute nahe genug heran waren um einzugreifen. Den sie alleine und Norge konnte wohl nicht viel ausrichten zumal sie nur die eine Waffe hatten. Und sie wollte weder Norge noch Lorenzen in Gefahr bringen. Dann sah sie das Schnellboot auf die Schongau zukommen.

Aber dann hörte sie etwas, das ihr weniger gefiel. Sie machte Norge darauf aufmerksam. „Sidney das hast du ja gründlich vermasselt, jetzt sieh zu wie du das wieder hinbiegst.“ „Wie soll ich das denn machen“, winselte Sidney, der recht mitgenommen aussah. „Ist mir egal und wenn du dabei draufgehst. Wenn die drei Überleben, macht der Boss dich sowieso kalt.“ Bei den letzten Worten lief es Corinna eiskalt über den Rücken.

In Neustadt klingelte zwar bei Julia das Telefon, aber es stellte sich sehr schnell raus das Wolfgang eigentlich Kalle sprechen wollte. „Hallo Julia! Ist Kalle bei dir?“ „Ja, ist er!“ „Ja, hallo Wolfgang was gibt es?“ „Hallo Kalle! Kannst du mir irgendein Mittel verraten, mit dem ich dafür Sorgen kann, dass Holger sich nicht so aufregt?“ „Ist Norge denn nicht bei euch an Bord?“ „Nein, der ist auf der Schongau.“ „Ach so, du kannst Holger eigentlich nur einen Tee zur Beruhigung kochen, was anderes fällt mir im Moment auch nicht ein, ich kann schließlich von hier nicht beurteilen, wie es ihm geht.“ „Schon klar Kalle! Dann werde ich Holger mal einen Tee kochen.“ Wolfgang will dann Teewasser aufsetzen, aber soweit kommt er gar nicht.

Inzwischen hört er Koller, über Headset, unterdrückt fluchen: „Scheiße!“ Aber sonst nichts. Wolfgang beeilte sich auf die Brücke zu kommen Dort traf er die gestammte Mannschaft bei einer Krisensitzung an. Holger meinte: „Gut das du kommst Wolfgang. Koller und seine Leute auf dem Frachter brauchen Hilfe.“ „Ich weiß deswegen bin ich ja hochgekommen. Ich habe Koller nur fluchen hören und dann nichts mehr, da muss was passiert sein.“ „Das haben wir noch gar nicht mitbekommen. – Wolfgang kannst du die Leute anführen, ich glaube ich bleibe erst mal hier.“ „Mach ich! Wie sieht`s eigentlich auf der Schongau aus?“

Kapitel 3

„Bis jetzt kommen da keine schlechten Meldungen, aber ich glaube, ich sollte mit einigen Leuten darüber gehen.“ „Und wer ist dann noch hier?“ Jana wird alles hier koordinieren.“ „Na dann viel Glück, Holger.“ So fahren sie dann: Wolfgang und seine Leute im Schnellboot zum Frachter und Holger auch mit drei Leuten zur Schongau.

Natürlich verläuft diese Überfahrt nicht ganz ohne Probleme, auf Grund eines sehr hohen Wellengangs können sie nur langsam fahren. Holger kommt diese Überfahrt ewig lang vor und außerdem quälen ihn auch die Gedanken und an das, was ihn und seine Leute wohl an Bord der Schongau erwarten wird.

Währenddessen hat Kalle in Neustadt auch schlechte Nachrichten bekommen, die Renovierung seiner Kneipe wird teurer als angenommen.

Aber schließlich kommen sie doch auf der Schongau an und ihnen wird ein feuriger Empfang bereitet, denn sie wurde zufällig bei der Überfahrt beobachtet.

Jetzt mussten sie sich erst mal gegen die Angreifer wehren, was gar nicht so einfach war, denn die Angreifer waren ihnen zahlenmäßig überlegen. Zuerst mussten sie die Offiziere ausschalten, dann würde der Widerstand schon von alleine zusammenbrechen. Dabei standen sie auf einmal Norge, Corinna und dem noch immer desorientiertem Lorenzen gegenüber. Eigentlich hätten sie Lorenzen jetzt erst mal von Bord bringen müssen, aber jetzt wurde erst mal jede Hand benötigt.

Kalle stand wütend und zugleich hilflos in seiner Kneipe und wusste dass er sie nicht mehr eröffnen kann, denn das Geld hatte er doch nicht.

Aber auf einmal kamen Julia, Rieke, Jan und Gruber und wollten mit anpacken. Kalle begann wieder Hoffnung zu schöpfen, vielleicht geht es ja doch noch in Eigenarbeit.

Da kamen auch noch Sander und seine Leute und zwei scheinbar Fremde. Gruber begrüßte sie jedoch wie alte Freunde. Es waren Paul Kramer und seine Frau, die früher Simone von Ahlbeck hieß und Sander meinte: „Wir werden unsere Stammkneipe wohl wieder aufbauen.“ Da sagte Kalle: „Bei soviel Hilfe werde ich mich mal um die Verpflegung kümmern.“ Da meinten alle: „Tu das mal“ und leckten sich schon den Mund.

Während in der Kneipe nun gute Laune herrscht und Kalle seine Helfer mit leckeren Gerichten verwöhnt, und nach einiger Zeit auch noch Lilli zum Helfen kommt, gibt es auf der Schongau für Holger, Corinna, Norge und all die anderen Leute immer noch jede Menge Probleme.

Norge hatte Corinna soweit versorgt, das sie mitmachen konnte, denn wann Verstärkung von ihren Leuten kam war fraglich. Bis jetzt kamen sie auch ganz gut voran. Bis auf den Kapitän und den 1. Offizier hatten sie nur noch die indonesischen Matrosen vor sich. Aber die werten sich unerwartet heftig, warum nur? Nach dem sie auch den Kapitän und seinen Handlanger außer Gefecht gesetzt hatten. Sagte Corinna in einer ruhigen Minute:

„Holger, jetzt erinnere ich mich: Im Verhör hatte der Funker noch von Opalen gesprochen. Ich nehme an die Matrosen haben sie statt ihrer Ausstehenden Heuer genommen und wollen sich jetzt daran schadlos halten.“ Norge meinte: „Das ist ja auch nur zu gut zu verstehen. Aber ich Frage mich, wie lange können die das noch durchhalten? Denn sie waren doch ziemlich geschwächt.“ Holger sagte: „Kommt dann lasst uns das ausprobieren, damit wir endlich nach Hause können.“ Und warf einen besorgten Blick auf Corinna.

Auch in der Kneipe gab es, zum Glück nur kleinere, Probleme aber trotzdem schlimm genug. Die Kinder hatten mit den Farbresten gespielt und sich dabei Gott sei Dank nur beschmiert, aber sie hatten sich an umherliegenden Scherben verletzt.

Doch Corinna hielt sich erstaunlich, gut. Das Holger jetzt da war gab ihr wieder neue Kraft. Und so machten sie sich daran die indonesischen Matrosen aus ihrem Versteck zu holen. Dann kam ihnen die Erfahrung von Corinna sehr zu Gute. Sie wusste wie man in solchen Situationen vorgehen musste.

Und dann war es auch gelungen, der Widerstand brach zusammen. Nur noch der Kapitän und der erste Offizier hatten sich auf der Brück verschanzt.

Inzwischen waren die MEK Leute und Unterbaur auf dem zweiten Frachter auch vorangekommen. Sie hatten die Besatzung festgenommen. Einzig der Reeder und ein weiter Mann die auf dem Schnellboot waren, waren entkommen, offenbar hatte man sie gewarnt.

Als der Kapitän und der Erste Offizier der Schongau erfuhren, dass die Lage aussichtslos war blieb ihnen nichts anderes übrig als sich zu ergeben.

Holger atmete auf. Und sah zu Corinna hinüber. Mit Erschrecken sah er dass die Schusswunde wieder zu bluten angefangen hatte. „Norge, wir müssen Corinna so schnell wie möglich hier runter bringen und ins Krankenhaus schaffen.“ sage er besorgt.

Sie brachten die Kinder in die Ambulanz, aber der Arzt meine: „Ich säuber und verbinde jetzt die Schnittwunden und den Rest macht die Natur.“ Weil sie aber mit Farbe beschmiert waren, fügte er noch hinzu: „Aber sorgen sie dafür dass die Verbände sauber und trocken bleiben.“

Norge sagte: „Ich glaube, dazu wird es auch bald kommen“, und Corinna sagte: „Wir müssen die Indonesier nur an der richtigen Stelle packen und es gibt keinen Kampf mehr.“ „Du meinst Psychologie.“ „Ja Holger.“ „Na dann lass uns mal anfangen, ich glaube umso früher wir das machen, umso besser:“ Corinna sagte: „Gut, wir sind 5 Leute, alles hört auf mein Kommando.“ „Norge, was ist eigentlich mit Lorenzen?“ „Dem kann hier eigentlich nichts passieren, um den Rest kümmern wir uns besser hinterher.“ „Dann ist ja alles klar. – Corinna dann leg mal los.“

Obwohl Corinna angeschlagen war, begann sie mit den Indonesiern zu verhandeln. Sie machte ihnen eindringlich klar, dass sie keine Chance hatten und dass es nur noch schlimmer werden konnte wenn sie jetzt nicht aufgaben. Es dauerte eine weile bevor die Matrosen dann nachgaben. Einer nach dem anderen kam heraus und gab seine Waffen ab.

Holger war erleichtert dass sie es geschafft hatte. Er hoffte dass auch der Reeder noch geschnappt wurde. Aber jetzt musste er sich erst mal um Corinna kümmern die hatten nämlich die Kräfte verlassen und sie sackte zusammen.

Als sie einige Zeit später wieder zu sich kam lag sie im Sani Raum der Albatros und Holger beugte sich besorgt über sie. „Ich bin froh, dass du wieder wach bist, bleib ruhig liegen, Norge hat dir einen neuen Verband gemacht. Wir bringen dich jetzt erst mal ins Krankenhaus.“ „Was ist mit Lorenzen?“ „Dem geht es schon wieder besser. Du hast jetzt erst mal Pause.“ Sie lächelte ihn an und dann schlief sie vor Erschöpfung ein.

Auch in Neustadt ging es gut voran. Gruber musste nur bei dem Gespräch mit Ehlers aufpassen, das er nichts verriet, denn sie hofften die Mannschaft überraschen zu können.

Aber die Albatros musste ja noch warten, denn schließlich fehlten ihnen noch einige Leute. Sie konnten erkennen, dass Kamp im Schlauchboot geblieben war, also rief Ehlers ihn an: „Kamp können sie mir sagen, wieweit die Leute vorgedrungen sind?“ Nein nicht so richtig, ich kann nur meine Schlüsse aus dem ziehen was ich sehe und höre. Danach zu urteilen hat es wohl nach einiger Unruhe auch schon einige Festnahmen gegeben, ich weiß nur nicht warum die nicht wiederkommen. – Moment da kommt Lilli, vielleicht weiß sie Näheres.“ „Wie Frau Carson ist mitgegangen, das ist ja Wahnsinn.“ „Sie ließ sich aber nicht zurückhalten. Lilli hat was Wichtiges.“ „Kapitän Ehlers, es ist was Furchtbares passiert.“ „Frau Carlson was ist denn, wird schon nicht so schlimm sein.“ „Doch Wolfgang hat eine Kugel abbekommen.“ Jetzt muss Ehlers sich doch festhalten.

Nachdem er sich wieder ein wenig gefangen hat fragt er „Und ist es sehr schlimm?“ „Tut mir leid Kapitän, aber das kann ich nicht beurteilen.“ „Haben sie denn einen Sanitäter da?“ „Nein, zumindest meinen alle, dass sie das nicht behandeln können.“ „Gut Frau Carlson, dann sorge ich jetzt dafür, dass Norge zu ihnen kommt, und sich um Wolfgang kümmert.“ „OK, danke Kapitän.“

Währenddessen war man in Neustadt mit der Renovierung von Kalles Kneipe fast fertig.

Gruber glänzte zwar längere Zeit durch Abwesenheit, aber schließlich hatte er auch keinen Urlaub und konnte auch nicht blau machen. Jetzt klopfte er sich die Hände ab und meinte: „Dann ist unsere Überraschung gelungen und wir brauchen nur noch warten.“ Da klingelte Grubers Handy, Ehlers war dran.

„Herr Gruber wir brauchen einen Hubschrauber.“ „Ehlers sie wissen doch …, wir müssen sparen.“ „Ja ist ja auch alles richtig, aber Unterbaur hat`s böse erwischt, wie Norge sagt. Oder ist dafür auch kein Geld da? Erst ist Gruber Bleich geworden, aber jetzt nahm er eine Rotfärbung an. „Ehlers jetzt werden sie aber Ungerecht.“ „Ich sage, doch nur die Wahrheit.“ „Dann geben sie mir mal die Position, des Frachters.“ „OK, und dann machen sie dass sie zurückkommen und melden sie sich dann mit der Mannschaft im Störtebeker.“ „Wird gemacht Herr Gruber!“ Beim auflegen guckt er Jana groß am: „Was soll das denn jetzt heißen?“ Jana zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung Holger.“

In dem Augenblick meldet sich Kamp. „Kapitän können sie noch einige Schiffbrüchige mitnehmen?“ „Wieso?“ Yachten sind nicht als Kugelfänger gebaut. Kam gerade noch runter bevor sie absoff.“ „Gut, wenn der Hubschrauber da war lasse ich sie abholen.“

Die Zeit des Wartens kommt allen wie eine Ewigkeit vor, vor allem Holger hat Angst seinen Freund Wolfgang zu verlieren.

Gruber hatte die Nachricht, dass Wolfgang schwer verletzt ist, sofort an alle anderen in der Kneipe weiter gegeben, und alle machten sich nun Sorgen um Wolfgang…

Irgendwie war die euphorische Stimmung über die Fertigstellung der Kneipe in diesem Augenblick beendet. Denn alle sogar Kramer und seine Frau wussten wer Unterbaur ist.

Inzwischen war Unterbaur auf dem Weg ins Krankenhaus und die Albatros mit allen Leuten auf dem Weg nach Neustadt. Allerdings war Norge gut beschäftigt. Bei Corinna musste der Verband immer wieder erneuert werden. Lorenzen war auch noch nicht voll da, aber Norge entnahm ihm sofort eine Blutprobe, damit in Neustadt festgestellt werden konnte, was er bekommen hat. Außerdem hatten die MEK-Leute diverse kleinere Blessuren. Ehlers rief Gruber noch mal an damit an der Pier ein Krankenwagen für Corinna und Lorenzen wartete.

Als die beiden Richtung Krankenhaus fuhren, sagte Gruber, der Rest kommt erst mal mit mir, wenn es im Krankenhaus was neues gibt, rufen die sowieso an.“ Jetzt meinte sogar Norge: „Onkel Herrmann die Fahrt war anstrengend genug, jetzt noch aufräumen dazu ist wohl keiner in der Lage.“ „Kai, diesmal dulde ich keine Widerrede, mitkommen und das sofort.“

Holger schüttelte energisch den Kopf „Tut mir Leid Herr Gruber. Sie können doch von mit jetzt nicht erwarten, dass ich in die Kneipe komme. Wenn in der Klinik sind zwei Menschen, die mir sehr viel bedeuten, in Lebensgefahr schweben. Ich werde jetzt in die Klinik fahren!“

Sagt es, drehte sich auf dem Absatz herum und ging. Die anderen sahen ihm erstaunt nach, so energisch hatte er sich noch nie gegen Gruber durchgesetzt aber sie konnten ihn natürlich verstehen, Gruber hatte es für einen Moment die Sprache verschlagen, dann aber trieb er die anderen an mit ihm zur Kneipe zu fahren Holger lief zum Parkplatz und warf sich in seinen Wagen.

Dann fuhr er so schnell wie Möglich zu Klinikum. Unterbaur und Corinna wurden zu diesem Zeitpunkt bereits operiert. Holgers Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt. Als erstes wurde dann Corinna wieder aus dem OP rausgeschoben der Arzt erklärte Holger dass man die Verletzung soweit wieder hinbekommen hätte Corinna aber durch den Blutverlust noch stark geschwächt ist. „Darf ich bei ihr bleiben fragte“, er den Arzt und dieser nickte dann fragte er ihn nach Wolfgang doch dazu konnte der Arzt ihm nichts sagen nur das er noch im OP war.

Unterdessen waren die anderen in Kalles Kneipe angekommen …

Und bekamen den Mund nicht mehr zu. „Norge meinte Onkel Herrmann, hast du das etwa gemacht?“ Gruber fängt an zu stottern: „Na ja nicht so ganz – die andern haben mir geholfen.“ „Aha, war das nicht eher umgekehrt?“ Das zweite Mal an diesem Tag fehlten Gruber die Worte.