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Joachim Paul Assboeck – Schauspieler

Beim Dreh am alten Leuchtturm konnte ich den Schauspieler Joachim Paul Assboeck persönlich beim Drehen erleben. Umso mehr freut es mich dieses Interview mit ihm führen zu dürfen.


Den Bericht und die Bilder vom Dreh am alten Leuchtturm finden Sie in der Rubrik „Hinter den Kulissen 2005“. Das Portrait von Joachim Paul Assboeck finden Sie unter „Gastdarsteller“

Und hier nun das Interview
J. Plötzner:
Ihrer Vita habe ich entnommen, dass Sie schon sehr lange den Beruf des Schauspielers ausüben. Sie stehen dabei für das Fernsehen und für Kinofilme vor der Kamera. Zudem auch auf der Bühne. Was ist für Sie interessanter? Film und Fernsehen oder das Theater?
Joachim Paul Assboeck:
Theater und Film/Fernsehen kann man nur schwer miteinander vergleichen. Jedes hat ihren eigenen Reiz und Wert. Wenn ich beides im Wechsel machen kann, so ist das die spannendste Situation in meinem Beruf.
Bei Theater habe ich den direkten Kontakt zum Publikum und kann eine Rolle während den Probezeiten kontinuierlich erarbeiten. Das ganze Stück wird mit Kollegen geprobt und gemeinsam entwickelt. Wenn die Aufführung läuft spielen wir das Stück in einem durch. Auf der Bühne muss oft „größer“ gearbeitet werden und man muss mehr senden, um auch die letzten Reihen zu erreichen.
Bei Film und TV gibt es leider eher selten die Möglichkeit das Drehbuch gemeinsam mit allen Beteiligten Kollegen zu lesen. Vielmehr muss ich mich alleine auf den Dreh vorbereiten und meine Rolle erarbeiten. Am Set wird dann kurz geprobt und dann gleich gedreht. Dann muss ich sehr schnell auf alles eingehen, was den Ort, die Kollegen usw. betrifft. Die Offenheit spontan auf Situationen einzugehen und die Direktheit spielt hier eine große Rolle. Die Kamera vergrößert alles, so dass ich hier wesentlich intimer spielen kann. Spannend ist auch, dass kaum chronologisch gedreht wird, so dass ich als Schauspieler sehr genau wissen muss, was vorher meiner Figur passiert ist.
J. Plötzner:
Welchen Reiz übt die Schauspielerei auf Sie aus?
Joachim Paul Assboeck:
Das Tolle bei der Schauspielerei ist, dass immer eine Essenz gezeigt wird, die zudem noch einen festen Rahmen hat, innerhalb dessen ich aber völlig frei bin. Es reizt mich, mich in andere Personen zu verwandeln und Sachen zu machen, die ich vielleicht sonst nie tun würde.
J. Plötzner:
Können Sie sich leicht in die vorgegebene Rolle hineinversetzen?
Joachim Paul Assboeck:
Es gibt Rollen, die mir einen leichteren Zugang bieten und Rollen, die etwas schwerer zugänglich sind, wobei mich mehr die letzteren Rollen reizen.
J. Plötzner:
Steckt bei jedem Projekt auch persönliches von Ihnen in den Rollen?
Joachim Paul Assboeck:
Ja. Denn ich arbeite ja mit meinem Körper und meinen Erfahrungen.
Trotzdem trete ich immer wieder einen Schritt zur Seite und überschreite teilweise auch innere Grenzen. Ich bin ein anderer, aber ich bin trotzdem noch ich selbst.
J. Plötzner:
Nun sind Sie das zweite Mal bei der Küstenwache mit dabei. In welcher Rolle werden wir Sie diesmal sehen?
Joachim Paul Assboeck:
Ich bin in dieser Folge Manfred Reimers vom BKA, der die Küstenwache um Amtshilfe bittet.
J. Plötzner:
War diese Rolle eine besondere Herausforderung für Sie?
Joachim Paul Assboeck:
Ja denn die Rolle hatte nicht so viele Bilder und eine persönliche Entwicklung, so dass ich versuchen musste ihr möglichst schnell eine Persönlichkeit zu geben. Michel Bielawa setzt regelmäßig auch Teamangehörige bei Szenen ein und ich hatte eine wundervolle Szene mit Stefan Baur unserem Kameramann, der meinen Mitarbeiter spielte.
J. Plötzner:
Für die Opal Film haben Sie auch schon für im „Namen des Gesetzes“ vor der Kamera gestanden. Welche Rolle hatten Sie dort?
Joachim Paul Assboeck:
Ich war Rüdiger Holt. Der Freund von Jeannette Korn (Florentine Lahme), die die Geliebte des Richters Binz war, der umgebracht wurde. Rüdiger hat sie beschattet, da er geahnt hat, dass sie ein Geheimnis hat.
J. Plötzner:
Unterscheiden sich Fernsehproduktionen zu Kinofilmproduktionen?
Joachim Paul Assboeck:
Ja. Kinoproduktionen sind aufwändiger, so dass man dort oft ein wenig mehr Zeit hat. Das Tagespensum dort liegt nicht so hoch wie beim Fernsehen.
J. Plötzner:
Wie war es für Sie in dem Kinofilm „Schindlers Liste“ unter der Regie von Steven Spielberg zu arbeiten?
Joachim Paul Assboeck:
Es war für mich ein grandioser Einstieg in das internationale Filmgeschäft. Schließlich war es meine erste Rolle, und dann gleich bei Steven Spielberg in einem so wichtigen Film mit so fantastischen Kollegen, wie Liam Neeson und Ben Kingsley mitspielen zu können macht mich sehr glücklich.
J. Plötzner:
Würden Sie für Internationale Produktionen auch mal länger im Ausland drehen?
Joachim Paul Assboeck:
Natürlich. Das habe ich auch schon gemacht für „Monsignore Renard“ und „Lost Battalion“.
J. Plötzner: Um wieder zum Thema Küstenwache zu kommen. Würden Sie, wenn Sie das Angebot bekommen würden noch einmal für die Küstenwache drehen?
Joachim Paul Assboeck: Selbstverständlich würde ich für die Küstenwache wieder drehen, solange mich die Rolle reizt – warum nicht?
J. Plötzner: Wie finden Sie es, dass es 2 große Internetfanseiten zur Serie Küstenwache gibt?
Joachim Paul Assboeck:
Es ist doch toll, dass die Küstenwache so ein Feedback hat. Das zeigt mir einfach wie beliebt die Serie ist. Außerdem ist es für die Fans doch toll sich auf zwei Seiten informieren zu können, da ja jede Seite ihren eigenen Stil hat.
J. Plötzner:
Ich bedanke mich für dieses Interview und wünsche Joachim Paul Assboeck weiterhin viel Erfolg. Wir Fans freuen uns schon auf die Ausstrahlung der 9. Staffel mit dem Titel: Stunden der Entscheidung – Die Insel + Die Untiefe.