Kapitel 1
„Ach, vergiss es! Es wird Zeit, dass ich mal wieder aus dem Büro herauskomme!“
„Wann kommt Gruber denn wieder?“ „Das dauert noch. Du, ich, ich muss dir was sa…“
In diesem Augenblick ging die Tür auf und Sander kam hinein. „Herr Ehlers? Wir haben gerade einen Notruf von ein paar Kindern erhalten, die mit ihrer Yacht draußen sind, und anscheinend Hilfe brauchen.“ „Was ist denn genau passiert?“ „Keine Ahnung, auf einmal war die Leitung weg!“ „OK, dann laufen sie mal schnell aus!“
Doch bei der Kommunikation zwischen den Crewmitgliedern hatte es einige Probleme gegeben, so dass jetzt auf einmal 2 Sanitäter an Bord waren und zu allem Überfluss auch noch Jan Kamp, der doch eigentlich nur Innendienst hatte machen wollen. Doch als das bemerkt wurde lag der Hafen von Neustadt bereits hinter ihnen und Sander wollte nicht noch einmal umdrehen. „Wissen sie was“, meinte er zu Norge und Friesen. „Dann übernimmt Herr Norge das Versorgen der Verletzten falls es welche gibt und Herr Friesen kann einmal zeigen, was für Kochkünste er drauf hat!“ Unterbaur fügte hinzu: „Besser als Norge wird er ja wohl kochen können!“
Daraufhin meinte Kamp: „Was sich ja noch erweisen wird. Leute macht euch lieber schon mal auf einen verdorbenen Magen bereit.“ Jetzt spielte Friesen den beleidigten: „Kamp sie habe hier zwar die älteren Rechte, aber deswegen brauchen sie die Leute nicht gegen mich aufzustacheln.“ Und an alle gewandt meinte er: „Ihr werdet euch noch wundern, was ich fertig bringe.“ Wolfgang sagte: „Er heißt zwar auch Kalle, aber so gut kochen kann er sicher nicht.“ Und so ging die Flachserei noch einige Zeit weiter bis eine Meldung aus der Zentrale die Albatros erreichte.
„Sander, wir haben neue Informationen über die Kinder die sich per Notruf gemeldet haben. Die Jacht gehört einer Familie Bogenstedt und an Bord befindet sich wohl der Sohn der Familie und ein paar seiner Freunde. Die Rasselbande ist zwischen 13 – 15 Jahren alt und hat sich das Boot genommen ohne Erlaubnis. Erfahrungen im Umgang mit dem Boot hat keiner von denen so richtig. Und da ist noch was, es zieht ein Unwetter auf. Also beeilen sie sich.“ „Wir tun unser bestes Ehlers. Sagen sie Frau Sandhoff bescheid das ihr Mann an Bord ist, damit sie sich keine Sorgen macht.“ OK wird erledigt.“
Unterdessen hatte sich Corinna noch mit ihrer Freundin unterhalten. Sie grübelte immer noch darüber nach was in Holgers Kopf vorgegangen war, was die abgebrochenen Sätze bedeuten sollten. „Ich kann mir keinen Reim darauf machen“, meinte sie zu ihrer Freundin. „Hm na denk doch mal nach, ging es in dem Gespräch darum das die Frau des Kollegen wieder schwanger ist?“ Corinna sah sie erstaunt an. „Du meinst das Holger sich ein Kind von mir wünscht?“ „Aufgewacht? Ist doch klar.“ „Na dann will ich mal sehen was sich machen lässt. Vielleicht geht das ja noch bevor er wieder auf See ist, obwohl in den letzten Tagen war er nicht viel zu Hause.“ „Corinna, was wirst du antworten wenn er dich noch mal fragt?“ „Ich glaube, JA.“
Als sie gehen wollten trafen sie Lilli Carlson, die immer noch eine Aussprache mit Kai suchte. „Lilli wie gefällt es ihnen an der Nordsee?“ „Eigentlich ganz gut, aber hier ist es doch schöner. Frau Hardenberg wissen sie eigentlich wo Kai steckt.“ „Lilli wollen wir dass, sie, nicht weglassen?“ Lilli wurde rot, aber nickte zustimmend. „Soviel ich weiß ist er an Bord der Albatros.“ „Aber ich dachte er ist noch Krankgeschrieben.“ „Ruf ihn doch am besten an, dann wird sich das schon klären. – So wir müssen leider weiter, aber wir sehen uns sicher noch.“
Also holt Lili hier Handy raus und versucht Kai anzurufen, der auch sofort an sein Handy geht. „Norge!“ „Hallo Kai! Hier ist Lili! Wo bist du denn?“ „Ich bin auf der Albatros.“
„Aber du bist doch noch krankgeschrieben.“ „Ja, schon aber jetzt bin ich halt unterwegs durch ein Missverständnis. „Was für ein Missverständnis?“ „Erklär ich dir später….
Lautstark gellt der Ruf: „Norge“ rennt rauf die Brücke und fragt: „Ja Kapitän Sander was gibt es denn?“ Wir haben die „Boogie“ gefunden und müssen ein Team rüberschicken, Was halten sie davon.“ „Bin schon unterwegs.“ „Aber halten sie sich fest die Dünung ist nicht ohne.“
Norge, Müller und Deisenroth waren gerade auf der Yacht da legte der Sturm richtig los. Also hieß es: Schlauboot bergen und dann auf den Wellen reiten. Denn zur Albatros zu kommen war unmöglich. Die Ursache für den Hilferuf war die Tatsache, dass der Jugendliche der die Yacht befehlen konnte war umgekippt, aber den Grund sollten sie gleich erfahren.
Weil Jana Deisenroth, die sich während Norge sich um den Jungen kümmerte schon mal auf der Yacht umgeguckt hatte mehrere kleine Päckchen mit weißen Inhalt gefunden hatte.
„Sag mal Norge, täusche ich mich oder ist das wirklich Koks“, fragte Jana, als sie wieder bei Norge war. „Ja, du könntest Recht haben. Das würde nämlich auch den Zustand des Jungen erklären.“ „Du kümmerst dich weiter um ihn und ich befrage zusammen mit Müller die anderen Jugendlichen.“ „OK, Jana.“ Also befragen Jana und Müller nun die anderen Jugendlichen. „Nein, wir koksen nicht“, gaben alle zur Antwort. „Sagt mal wollt ihr uns für dumm verkaufen?“ „Und warum geht es euerm Freund sonst so schlecht“, fragte Jana die Jugendlichen behutsam. „Woher sollen wir das denn wissen! Vielleicht hat er…
Währenddessen hatte Ehlers nichts ahnend in der Zentrale Feierabend gemacht und wollte nach Hause zu Corinna. Denn sie hatte ihm am Telefon gesagt, dass sie gute Nachrichten hätte.
Als in der Zentrale die Meldungen über den Sturm einsetzte, versuchten Wagner und die anderen, die Situation zu retten, aber sie scheiterten an Kompetenzschwierigkeiten. Also blieb ihnen nichts weiter übrig als Ehlers in die Zentrale zu rufen.
Als er und Corinna es sich gerade gemütlich gemacht hatten, klingelte Holgers Handy: „Wagner was gibt es denn?“ „Auf der Ostsee ist der Teufel los.“ Langsam reißt Ehlers der Geduldsfaden: „So ein Wetter gibt es doch öfters, das bekommen sie doch in den Griff.“ „Das schon, aber auf der Boogie ist ein Junge der dringend ins Krankenhaus müsste.“ „Also gut Wagner ich komme.“ Das letzte war mehr geknurrt, wie gesprochen. „Corinna tut mir Leid für unser Schäferstündchen aber ich muss noch mal in die Zentrale.“ Er drückt ihr noch einen Kuss auf den Mund und ist auch schon weg.
Ehlers war ziemlich sauer, als er in die Einsatzzentrale kam. „Sagen Sie mal, können Sie gar nichts ohne Fremde Hilfe? Das darf doch nicht wahr sein, hier sind so viele Leute, die was machen können, aber ich muss kommen“, motzte Ehlers, der sich auf einen Abend mit Corinna gefreut hatte rum. „Es tut uns leid, aber wir wissen nicht, was wir tun sollen.“
„Schon ok, dann krümmer ich mich da jetzt halt drum, jetzt ist mein Abend sowieso im Eimer.“
„Herr Ehlers, ich kann mich nur noch mal bei Ihnen entschuldigen, dass wir Sie stören mussten.“ „Reden Sie nicht, sondern machen Sie sich an ihre Arbeit.“
Währenddessen versuchte Julia mal wieder Jan zu erreichen…
Aber dann klingelte Jans Handy im dicksten Sturm und Julia war dran: „Sag mal Jan wieso kommst du denn auf die Albatros ich denke du wolltest nur Innendienst machen, gerade jetzt wo ein kleiner Jan unterwegs ist.“ Jan hält sich mühsam aufrecht, so stark rollt das Schiff: „Soll das heißen es wird ein Junge?“ „Das weiß ich noch nicht, um das zu sagen ist es noch zu früh.“ Julia wusste ja, dass Jan jede Gelegenheit ergreifen würde an Bord zu kommen. Hoffentlich ging alles gut. „Jan pass bitte auf dich auf.“ „Ja natürlich Julia! Aber wenn ich noch lange telefoniere, haue ich mir noch die Knochen ein.“ „Wieso, was ist denn?“ Jan hörte die Panik in ihrer Stimme und sagte: „Es ist nicht so wie du denkst, wir haben nur einen kräftigen Sturm hier, aber die Albatros macht das schon.“ „Viel Glück mein Liebling.“ „Übermorgen sind wir ja wieder in Neustadt.“ und damit beendete er das Gespräch, was auch höchste Zeit wurde. Denn der Sturm wurde immer heftiger, und die Besatzung braucht alle Kraft um sich festzuhalten, damit sie nicht hinfielen. „Was wollte Julia denn“, fragt Jana Jan.
„Sie macht sich Sorgen, weil ich jetzt doch auf der Albatros bin.“ „Ich kann sie verstehen, ich würde mir auch Sorgen machen.“ „Ja, mag ja sein, aber ich möchte, dass sie sich keine Sorgen macht, sondern sich schont, schließlich ist sie schwanger.“ „Jan, die meisten Frauen machen sich gerade während einer Schwangerschaft Sorgen um ihre Männer.“
„Wenn…
In dem Moment wankte die Albatros so stark, dass die Besatzungsmitglieder sich nicht mehr richtig halten konnten, und das Licht ging aus. Alles lief Kopflos durcheinander, bis Sander brüllte: „Benehmt euch doch nicht wie die Kinder, wir haben doch schon schlimmeres erlebt.“
Aber jetzt kam Unterbaur auf die Brücke und sagte nur ein Wort: „Scheiße!“ Alle die auf der Brücke waren, guckten ihn bei der Notbeleuchtung erschrocken an. Sander fand zuerst die richtigen Worte: „Was ist denn passiert Unterbaur?“ „Wir haben Wassereinbruch im Maschinenraum und bevor wir das Leck nicht abgedichtet haben laufen die Diesel nicht mehr.“ Sander meinte daraufhin: „Dann wollen wir unser Glück mal versuchen.“
Inzwischen ging es dem Jungen auf der Boogie immer schlechter. Die Yacht rollte natürlich noch viel stärker und er schien wohl fast den Goldenen Schuss gesetzt zu haben. Norge meinte nur zu Jana: „Was sollen wir nur machen bei dem Wetter kommt doch kein Arzt hierher.“
In diesem Moment meldete sich Ehlers am Funk und das war für Norge wie eine Erlösung. Er sagte zu Jana: „Jetzt ….
„Gibt es auf der Albatros jede Menge Probleme.“ „Was ist denn da los“, fragt Jana besorgt.
„Die haben einen Wassereinbruch im Maschinenraum und jetzt läuft nichts mehr! Strom haben sie auch keinem mehr! „Das darf doch nicht wahr sein, was sollen wir denn jetzt mit dem Patienten machen, fragt Norge besorgt. „Versuchen Sie ihn so stabil wie möglich zu halten. Und beten sie, dass der Sturm nachlässt und ein Arzt zu Ihnen kommen kann.“
„Ok“
Währenddessen versuchten die anderen auf der Albatros, das Leck zu reparieren.
„So ein Mist, ich glaub wir schaffen das nicht“, fluchte Wolfgang. „Wolfgang, jetzt gib die Hoffnung nicht auf“, versuchte Jan ihn zu beruhigen. Aber in diesem Moment passierte erneut etwas Schlimmes…
Ehlers hatte mittlerweile einen Arzt ans Funkgerät bekommen und teilte Norge das mit. „Gott sei Dank Kapitän, ich wusste doch jetzt kommt Hilfe. – Kann ich mit dem Arzt sprechen?“
„Ja Herr Norge, was hat der Patient für Probleme?“ „Er hat wohl eine Überdosis Koks erwischt. Jedenfalls ist er nicht ansprechbar. Aber dazu kommt die Yacht rollt ziemlich stark.“ „Haben sie schon nach den Pupillen geschaut?“ „Ja, Die sind nach oben verdreht. Der Blutdruck ist normal aber der Puls etwas schwach.“ „Also nach einer Vergiftung hört sich das an, aber nicht nach einer Überdosis. Vielleicht noch eine andere Vergiftung und können sie Seekrankheit ausschließen? Also das einzige was sie im Augenblick tun konnten stabilisieren und wenn möglich viel zu trinken geben und hoffentlich kommen sie bald an einem Krankenhaus vorbei.“
Währenddessen wurde der Zustand auf der Albatros immer bedrohlicher, denn es hatte sich noch ein zweites Leck aufgetan und die Pumpen waren im Moment nicht zu gebrauchen. Aber sie taten ihr bestes die Leckagen abzudichten. Was schwer war aber schließlich doch gelang. Und dann kam über Funk die erlösende Nachricht dass sie Unterstützung bekämen. Ehlers hatte überall rumtelefoniert und die einzigen, die bei so einem Wetter rausfuhren, waren letzten Endes einige Ehrenamtliche von der DLRG und dem DRK. „Auf eigene Verantwortung“, hatte Ehlers gesagt, aber im Grunde war er froh darüber, dass Sander und die anderen Hilfe bekamen. Das war zwar keine professionelle Hilfe, aber es war Hilfe.
Eine knappe Stunde später waren sie dann auch da. 10 klitschnasse Gestalten in zwei roten Schlauchbooten, da ihnen die Ausfahrt mit einem normalen Schiff untersagt worden war. Sander zeigte vieren von ihnen die Einbruchsstelle und sie machten sich an die Arbeit.
Es war keine Viertelstunde vergangen, als auf einmal ein wutschnaubender Mann aus der DLG-zentrale anrief, und „Den Kapitän dieses Saftladens“, wie er sich ausdrückte, verlangte.
„Sind sie noch ganz bei Trost?“ Sander glaubte förmlich zu spüren, dass der Mann am anderen Ende der Leitung kurz vorm explodieren war. Dass sind teilweise doch noch Jugendliche!“, tobte der Mann weiter: „Jugendliche, die gerade erst die Ausbildung vollendet haben! Und sie…“ Der Mann holte tief Luft um weiter zu schimpfen, und den Moment nutzte Sander, um einfach aufzulegen.
„Was war das denn für ein Idiot, der wird ja wohl wissen, welche großen Probleme wir hier haben, schimpfte er vor sich hin.“ Jan, der sein Schimpfen mitbekam, fragte was denn passiert sei. „Ach, da hat irgendwer aus der DLRG Zentrale angerufen, der sich darüber aufgeregt hat, dass seine jungen Leute uns helfen.“ „Der wird sich schon wieder einkriegen.“ „Und wenn nicht?“ „Darüber wollen wir lieber nicht nachdenken, lassen sie uns lieber weiter helfen.“
„Ja, Sie haben Recht“
Indem Moment ging oh Wunder…
die Tür auf und Unterbaur kam freudestrahlend in den Raum. „Wir haben es geschafft. Kein Wasser mehr da! Diese Leute verstehen wirklich was davon!“ Er sah aus, als würde er Jan am liebsten um den Hals fallen. „Na, ein Glück!“, seufzte Sander erleichtert, „Unterbaur, manchmal glaube ich, sie könnten mit den Maschinen reden!“ Unterbaur schmunzelte: „Nein, so weit bringe ich es noch nicht!“
In diesem Augenblick meldete sich Norge: „Herr Kapitän? Ich glaube die Yacht sinkt!“
„Wie bitte?“ „Ich glaube die Yacht sinkt!“ „Dann machen sie dass sie alle von Bord kommen!“ „Jana ist mit den Gesunden bereits drüben, wir anderen kommen gleich nach.“
„Gut machen sie das!“
Auf der Yacht sagte Norge zu den anderen: „OK, dann jetzt los, ja? Ein Glück, dass ihr das bemerkt habt, sonst würden wir jetzt hier mit Mann und Maus untergehen!“ Doch in diesem Augenblick klingelte sein Handy. Es war Lilli, die das warten leid war. „Kai? Was ist denn los bei euch?“ „Lilli, das passt gerade gar nicht, hörst du? Ist gerade total schlecht! Au!“
„Kai? Kai was ist denn los? Sag doch was!“ Aber die Leitung blieb stumm.
Lilli die in ihrer Sorge nicht wusste, wo sie hingehen sollte, ging zu Kalle in die Kneipe.
Kalle, der Lillis besorgtes Gesicht sah fragte sofort. „Was ist denn mit dir passiert?“
„Ich habe gerade mit Kai telefoniert und er meinte es wäre im Moment total schlecht und dann hat er noch Au gesagt, und dann war die Verbindung weg.“ Julia, die auch noch immer bei Kalle war sagte darauf hin. „Irgendwas stimmt da nicht, Jan war vorhin auch so komisch am Telefon!“ Jetzt macht euch mal keine Sorgen, das ist bestimmt alles total harmlos“, versuchte Kalle die beiden zu beruhigen, obwohl er sich langsam selber Sorgen machte.
Und er beschloss Ehlers anzurufen.
Dann bot einer von DRK an: „In bin Arzt, wenn mich einer rüberbringt, schaue ich mir den Verletzten mal an.“ Sander meinte: „Ich glaube das ist keine so gute Idee, bleiben sie lieber auf der Albatros. Wenn die Havaristen gerettet werden Können, bekommen sie und Herr Friesen wahrscheinlich genug zu tun. – Ich brauche 3 Freiwillige, die mit mir zur Yacht oder zu dem was davon noch übrig ist übersetzten. Mal sehen ob wir wenigstens die Leute retten können.“
In der Zentrale ging seine Bürotür auf und Corinna kam rein. „Holger, kann ich noch irgendetwas helfen?“ „Nein bleib doch lieber zu Hause.“ „Was soll ich denn da, wenn die Welt beinahe untergeht.“ Denn in Neustadt kam der Sturm jetzt auch an.
Währenddessen telefonierte Kalle mit Ehlers. „Ehlers“, meldete sich Ehlers ziemlich gestresst! „Hallo Holger, ich bin’s Kalle! Ich wollte nur fragen, ob was auf der Albatros los ist?“ „Die Albatros hat ein Leck und Jana und Norge sind auf einer Yacht, die wohl sinkt.“
„Oh mein Gott! Warum sind sie denn auf der Yacht?“ „Weil es von der Yacht einen Notruf gab. Aber warum fragst du eigentlich?“ „Weil Julia und Lili, bei mir sind und mir berichteten, dass weder Jan und Kai für ein Telefonat Zeit gehabt hätten, und die beiden sich natürlich Sorgen machen.“ „Kalle, dann ist es wohl besser, du erzählst ihnen nicht, was du von mir weißt.“ „Ja, ich sag en beiden nichts. Hoffentlich geht alles gut“ „Das hoffe ich auch! Machs gut Kalle.“ „Tschüss Holger:“ Kalle ging wieder zu Lili und Julia.
Doch eines hatte Kalle von Ehlers erfahren, was er jetzt auch an Julia weitergab: „Die Albatros ist inzwischen gerettet, die Lecks sind abgedichtet.“ Aber er konnte den beiden ansehen, das sie nicht wesentlich beruhigt waren, darum sagte er: „Kinder der Sturm kann ja nicht mehr lange dauern. Jetzt mache ich erst mal was Feines zum Essen, was hilft es denen da draußen wenn wir verhungern. Wer Hilft mir?“ Zum Glück sind beide mit in die Küche gegangen, denn im nächsten Moment drückte der Sturm die Glasfront der Kneipe ein. Ein Gast, der dort gesessen hatte, war sofort tot und wurde aufs Meer getragen. Aber für die drei wurde es jetzt Zeit die Kneipe durch den Hinterausgang zu verlassen, aber wohin nur?
Da keiner von Ihnen so wirklich wusste, wohin, entschieden sie sich zur Einsatzzentrale zu gehen. Der Weg bis dahin kam ihnen diesmal länger und schwerer vor als sonst.
„So ein Mist“, keuchte Julia, die ihre Tochter Jenny auf dem Arm trug. „Wir sind doch gleich da!“ „Kalle, das sagst du doch nur um uns zu beruhigen“, gab Lili von sich. „Sag mal vertraust ihr mir nicht.“ „Doch, wir vertrauen dir Kalle.“
Als sie in der Einsatzzentrale sind, treffen sie auf Ehlers und Corinna die mit den Papieren kämpften, denn auch in dem Büro waren die Fenster eingedrückt worden. Und jetzt meldete sich auch noch das Funkgerät, was zwar im anderen Büro stand, was keine Fenster hatte, aber dort hielt sich keiner auf. So sagte Ehlers: „Schneidewind, das ist ein Ausnahmezustand gehen sie mal ran.“ „Aye, Aye, Kapitän.“
Am anderen Ende war Sander der folgende Meldung durchgeben wollte: „Mensch Schneidewind wie kommen sie denn in die Zentrale?“ „Das ist eine längere Geschichte. Was gibt´s auf der Albatros neues?“ „Nur gutes, nachdem die Lecks abgedichtet sind funktioniert alles wieder und das wichtigste der Sturm ist im abflauen.“ „Dafür hat er aber hier voll zugeschlagen. Aber dann kann es hier ja nicht mehr lange dauern.“ Julia hatte natürlich mitbekommen das es um die Albatros ging, so rief sie dazwischen: „Wie geht es Jan?“
„Ja Julia, bist du in der Zentrale?“ „Ja zufällig.“ „du weißt es sicher schon, wir kommen zurück nach Neustadt.“ Vor Freude vergisst Julia das sie das Funkgerät in der Hand hat und Jan schreit nur: „So jetzt bin ich taub.“ Plötzlich steht Lilli fragend neben ihr, so fragt sie Jan: „Wie geht es Kai?“ Julia, ich muss jetzt aufhören, wir sehen uns in Neustadt.“
Lilli wurde noch blasser: „Was ist nur mit Kai los?“
Julia, die nachfühlen kann, wie es Lilli geht, nimmt Lilli in den Arm. „Wenn es den anderen gut geht, dann geht es bestimmt auch Kai gut.“ „Bist du sicher?“ „Natürlich bin ich sicher! „Du wirst sehen bald sind alle wohlbehalten wieder hier in Neustadt.“ „Ach, Julia hoffentlich behältst du recht!“…
„Sander was ist eigentlich mit dem Verletzten?“ „Den bringen wir mit, der Arzt sagte zwar dass er ins Krankenhaus muss aber es wäre nicht lebensbedrohlich.“ Dann ist gut, denn darauf muss er noch eine Weile warten. Ich nehme an sie können im Moment nicht in den Hafen.“ „Ich merke der Wellengang wird wieder stärker.“ „Wie sieht es eigentlich bei ihnen aus?“ „Bis jetzt hält sich der Schaden in Grenzen.“ Dann ist ja gut, wir warten erst mal ab, bis es ruhiger wird.“
Währenddessen waren Kalle und Lilli dabei das Fenster notdürftig zu reparieren. Denn Julia musste sich um die quengelige Jenny kümmern, denn sie hatte Hunger und wollte nach Hause. Aber es war sicherer erst mal hier zu bleiben. Die Zentrale und das Marinegelände sind wahrscheinlich noch gut weggekommen, aber die wahren Schäden werden wohl beträchtlich sein.
Es war inzwischen früher Morgen und alle konnten sich kaum noch auf den Beinen halten.
Corinna hatte erst mal für alle Kaffee organisiert und dann setzte sie sich ans Funkgerät um den vollkommen übermüdeten Funker abzulösen. Holger sah sie an: „Willst du nicht lieber nach Hause gehen, du bist auch die ganze Zeit schon auf den Beinen?“ Corinna schüttelte den Kopf. „Nein ich bleibe solange hier wie ich gebraucht werde. – Und solange du hier bist.“ Holger lächelte ihr dankbar zu.
Es dauerte noch gut zwei Stunden bis sich das Wetter soweit beruhigt hatte das die Albatros den BGS Hafen anlaufen konnte. Ein Rettungswagen wartete schon auf sie um die Verletzen zu übernehmen. Müde und erschöpft wankten alle von Bord, Jan und Kai wurden von Julia und Lilli in Empfang genommen.
Auch Holger und Corinna waren hinunter zum Anleger gegangen um zu sehen ob alles in Ordnung war. Sanders nickte ihnen müde zu und meinte wegen so verwöhnten Bürschchen, so ein Abenteuer auslösen, das muss nicht sein. Jetzt erst mal ausschlafen und dann kümmern wir uns um die jungen Herren.“
Nur Wolfgang meinte: „Kalle, kannst du uns nicht was Gutes zum Essen machen? Bei dem Seegang war ja nichts runter zubekommen.“ „Normalerweise gerne, aber zurzeit, tobt die Ostsee in meinem Lokal.“ „Oje auch das noch, dann muss ich wohl hungrig ins Bett gehen.“ Sagte es und wankte nach Hause. Außer Sander gingen alle ihrer Wege in der Hoffnung, dass ihre Häuser noch standen. Sander, Ehlers und Corinna verfassten dann noch mühsam den Abschlußbericht.
Einige Minuten später stand Kamp mit eine Kanne Kaffee und Kalle mit frischen Brötchen vor ihnen. „Kamp, Schneidewind ist ja nett dass sie uns so verwöhnen wollen, aber wir müssen erst mal den Bericht fertig machen.“ „Kapitän Ehlers, dass haben sie vor einigen Stunden auch schon gesagt.“ Jetzt mit etwas erstauntem Gesicht: Kamp wie spät ist es denn?“
Jan grinste, “ es ist 11.40 Uhr, Kapitän. Und ich denke sie und Oberst Hardenberg sollten jetzt nach Hause gehen. Sie sind beide schon lange genug hier. Den Rest schaffen wir auch alleine.“ Ehlers nickte. Er war erschöpft und er sah auch Corinna an das sie sehr müde war. „Er hat Recht, Corinna. Schluss wir gehen nach Hause.“ Corinna nickte Sie war hundemüde.
Als sie nach Hause zu Holgers Haus fuhren sahen sie was der Sturm angerichtet hatte, doch sein Haus hatte nicht viel abbekommen. Sie waren erleichtert und fielen in die Betten. An ein Schäferstündchen war nicht zu denken. Aber Corinna schmiegte sich in seine Arme und schlief mit einem glücklichen Lächeln ein.
Aber inzwischen waren in der Zentrale Neuigkeiten eingegangen, über die jungen Leute auf der Boogie. Der Eignerssohn hatte wahrscheinlich kein schlimmeres Verbrechen begangen, als die Yacht seines Vaters zu klauen und dieser wollte das nicht an die große Glocke hängen.
Aber seine Freunde die mit auf der Yacht waren, hatten für ihr jugendliches Alter ein beachtliches Vorstrafenregister.
Inzwischen war Grubers Urlaub zu Ende und so übernahm er den Fall: „Kamp, Deisenroth sehen sie doch mal zu, was sie über diese Bürschchen rausbekommen. Sieht ja so aus als ob die ganz groß im Drogengeschäft drin sind.“ „Ja gut, machen wir.
„Wen übernimmst du?“ „Am besten Karl Müller.“ „Gut dann nehme ich mir mal Gunnar Golstav vor.“ Und wollten gerade Grubers Büro verlassen. Der rief sie aber noch mal zurück: „Wir müssen aber aufpassen, die Eltern von den beiden sind ziemlich einflussreich, deswegen konnte ihnen bis jetzt nichts nachgewiesen werden. Darauf meinte Kamp: „Dann wird es ja Zeit, das sich dies mal ändert.“ „Ach Kamp, was ist eigentlich mit der Scheibe passiert?“ „Das ist von Sturm eingedrückt, der Glaser ist schon bestellt.“ jetzt hatte Gruber es plötzlich eilig. „Dann sehen sie mal zu das sie weiterkommen.“
Kamp und Deisenroth machten sich auf den Weg. Als sie die Zentrale verließen meinte Jan zu Jana: „Die Burschen sind noch unter 14, und wenn wir uns die Haken ablaufen, denen passiert doch nichts. Und das wissen die genau. Sie sind erst mit 14 Jahren Strafmündig.“ „Ja da hast du Recht, Jan. Aber vielleicht kommen wir wenigstens an die Hintermänner heran. Und wer weiß vielleicht ringen sich die Eltern ja zu einer Strafe durch wenn sie erfahren was ihre Sprösslinge so treiben.“ „Kann man nur hoffen.“
Holger und Corinna hatten erst mal ausgeschlafen und nach einer Dusche und einem Kaffee waren sie dann wieder einigermaßen fit. „Wann beginnst du eigentlich mit dem Training der Leute für die MEK?“ „Montag geht es los, die letzten der Bewerber reisen jetzt am Wochenende ein. Und dann werde ich mal sehen was dabei ist. Ach, einen der Anwärter kennst du übrigens.“ Holger sah sie fragend an. „Wen?“ „Erik Lorenzen, wenn ich das in der Dienstakte richtig gesehen habe dann war er bei dir auf der Albatros.“ Holger war erstaunt. „Ja sicher, ein guter Mann.“ Corinna lächelte. „Na davon gehe ich aus. Er ist mit deiner ehemaligen WO verheiratet?“ „Ja mit Rieke.“ Holger dachte an die Zeit zurück in der Rieke Claasen an Bord gewesen war.
Kapitel 2
Währenddessen beschatten Jan und Jana die beiden Jungen, dies sollten sie eigentlich getrennt von einander machen, da aber die beiden Jungen die ganze Zeit zusammen rumhingen, beschatten sie sie gemeinsam. „Bin ja mal gespannt ob sich hier noch etwas tun wird.“
„Ich hoffe es, ich habe nämlich absolut kein Bock den ganzen Tag für nichts und noch mal nichts hinter diesen Burschen her zu schnüffeln“, gab Jana von sich. „Ich auch nicht, ich würde viel lieber zu Julia und Jenny nach Hause:“„Du kannst bestimmt bald zu den beiden.“
„Hoffentlich, sonst meckert Julia wieder rum.“
Jana wollte gerade dazu etwas sagen, als endlich etwas geschah…
Die beiden Jungs schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren in Richtung Stadtmitte. Jan und Jana folgten ihnen sehr vorsichtig in großem Abstand. „Sag mal wo wollen die den hin?“ Jan sah sich um. „Sieht so aus als wollten sie zum Hafen runter. Ob sie sich da mit jemandem treffen?“ Jana zuckte mit den Schultern. „Schon möglich, sehen wir mal was passiert.“
Sie hielten sich zurück damit die Jungs sie nicht bemerkten. Die fuhren tatsächlich zum Hafen hinunter. Hinter dem alten Glückskleegebäude stellten sie dann ihre Fahrräder ab und gingen zu der Werft die daneben war. Im der Werfthalle verschwanden sie dann.
Jan uns Jana sahen sich an. Es war noch hell. „Wir müssen ihnen nach. Hoffentlich sehen sie uns nicht.“ Jan nickte. Sie ließen den Wagen stehen und folgten den Jungs zu der Werft.
Die Tür zur Werfthalle war nicht verschlossen und so schlichen sie vorsichtig hinein. zuerst sahen sie die beiden Jungs nicht, doch dann hörte sie ihre Stimmen. Sie redeten mit einem Mann in mittlerem Alter. „Ihr habt Mist gebaut. Wieso habt ihr euch schnappen lassen?“ konnte sie verstehen.“Ihr könnt das wiedergutmachen wenn ihr direkt noch mal fahrt.“ „Geht nicht, die Yacht ist im Sturm gesunken und schlimmer ist noch das der Kerl der uns das Boot besorgt hat, unbedingt davon probieren musste. Da er auch gleich umkippte mussten wir die Küstenwache rufen, denn wir kamen mit dem Boot nicht klar und das da ein Sturm auf uns zu kam war klar.“ „OK, OK ich besorge euch ein Boot und ihr fahrt noch mal rüber. Gunnar du weißt ja wie man da rein kommt.“ Bis jetzt hatte Karl gesprochen, aber jetzt musste Gunnar antworten, der sich in seiner Haut auf einmal gar nicht mehr wohlfühlte. „Ja… aber…“ „Stottere nicht rum, sondern tut es einfach. Der Boss verliert langsam die Geduld und ihr wisst was dann passiert.“ Ganz leise antworteten beide: „Ja Sir.“
„Jan lass uns sofort zurückkehren, damit wir die Albatros klar machen können.“ „Nein Jana geh du, ich bleib noch hier vielleicht krieg ich noch raus mit was für einem Boot die fahren.“ „Gut Jan, dann rufe ich erst mal Ehlers an und fahre dann in die Zentrale. Du meldest dich sobald sich hier was tut.“ „Na klar mach ich, jetzt hau ab.“
Während Jan also die Jungs weiter beschatte, fuhr Jana also in die Zentrale um die Albatros klar machen zulassen. Als sie gerade anfangen wollte die Albatros startklar zu machen, meldete sich Jan. „Ja, Hallo Jan! was gibt es Neues?“ „Also, die Jungs fahren mit einer Motoryacht mit dem Namen Lord II raus.“ „OK, Jan! Danke für die Info! Kommst du jetzt zur Zentrale, oder möchtest du lieber noch weiter die Jungs beschatten?“
„Ich warte hier noch einen Moment, vielleicht bekomme ich ja noch eine Uhrzeit mit. Wenn nicht, dann komme ich so, dass ich in einer halben Stunde bei euch bin.“ „OK!“ „Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Glück, wenn ich nicht mitkomme.“ „Danke Jan.“
Zur gleichen Zeit war Julia zu Hause, und wunderte sich, wo Jan nur blieb, aber sie dachte dann halt, dass er noch in der Zentrale ist. Und kümmert sich ohne große Sorgen um ihre Tochter Jenny. Bis sie plötzlich eine komischen Anruf bekommt…
… „Hier Ehlers, Julia können sie mir sagen wo ihr Mann ist?“ „Nein ist er den nicht in der Zentrale?“ „Nein, dann macht er sicher wieder irgendwelche Alleingänge.“ „Kann es nicht sein das er auf der Albatros ist?“ Nein, da bin ich gerade, wir sind beim auslaufen.“ Jetzt wir Julia doch etwas ängstlich: „Kapitän rufen sie mich an, wenn er auftaucht?“ „Natürlich Julia! Machen sie sich mal keine Sorgen, es wird schon nichts passiert sein.“
Inzwischen ist Kamp in der Zentrale eingetroffen und berichtet Gruber gerade, was er erfahren hat: „Die Lord II läuft in 1 Stunde Richtung Malmö und von da aus wollen sie nach Sarpsborg in irgendein Labor.“ „Danke Kamp, geben sie Ehlers über Handy Bescheid. Ich werde die schwedische Küstenwache informieren und auch die norwegischen Kollegen.“
„Kamp,“ „was gibt´s?“ „Melden sie sich mal zu Hause.“ „Ja gleich! Ich wollte nur sagen, wann die Yacht ausläuft. Gruber hat auch schon Verstärkung angefordert.“ „Gut Kamp. Dann kümmern sie sich mal um Julia.“
Das lässt Jan sich natürlich nicht zweimal sagen, und begibt sich auf schnellstem Wege zu Julia. Dort angekommen, empfängt diese ihn mit einer Standpauke. „Wo warst du denn? Ehlers hat bei mir angerufen, weil kein Mensch wusste, wo du bist!!!!!!!!!“
„Jetzt beruhige dich erst mal, ich habe zuerst zusammen mit Jana eine Beschattung gemacht, und dann allein, weil Jana die Albatros startklar machen musste…“ „Aber, du hattest doch gesagt, dass du nur noch Innendienst machen willst! Und warum musst du dich eigentlich ausgerechnet dann wieder in Gefahr begeben, wenn ich zum zweiten Mal schwanger bin?“
„Julia Schatz, mir ist doch nichts passiert!“ „Aber dir hätte was passieren können.“ Jan nimmt sie in den Arm. „Julia, ich habe dir versprochen immer vorsichtig zu sein und ich bin auch immer vorsichtig.“ „Dann ist ja gut. Ich liebe dich Jan.“ „Ich liebe dich auch Julia.“
In dem Moment wacht Jenny auf und Jans Handy klingelt. Jenny quengelt rum: „Ich will spielen.“ Es war aber erst frühe Morgenstunde und weder Jan noch Julia haben dafür Zeit und Lust. Darum meinte Julia: „Wird Zeit, dass Jenny ein Geschwisterchen bekommt, “ und streichelt sich dabei über den Bauch „und bis dahin melden wir Jenny am besten im Kindergarten an? Was meinst du Jan?“
Aber ehe er antworten konnte klingelte sein Handy: „Ach Rieke schön dich zu hören, was gibt es denn?“ „Ich wusste keine andere Nummer, deswegen habe ich hier angerufen. Erik, hat sich bei der neuen MEK beworben und da wollte ich Fragen, ob wir uns nicht mal treffen können?“ „Prima Idee, Was haltet ihr von Wochenende, da wollten wir grillen. Aber ich muss zum Dienst, kannst du auf der anderen Nummer anrufen und alles weitere mit Julia besprechen.“ „Wie ihr habt doch geheiratet. Dann noch herzlichen Glückwunsch.“ „Danke ist aber schon über 3 Jahre her wir haben sogar schon ein Kind und Nummer zwei ist in Arbeit.“ Na, ihr verliert aber auch keine Zeit. Bis zum Wochenende dann.“
Einige Minuten klingelte das Telefon, diesmal ging Julia an den Apparat denn es war ja Rieke. Jan drückte Julia noch einen Kuss auf den Mund und verschwand Richtung Zentrale.
Inzwischen lief die Verfolgung der beiden Jugendlichen auf volle Touren, schließlich wollte man die Hintermänner haben. Das mussten die Schweden und die Norweger machen.
Die Albatros lief unterdessen Richtung Malmö, sie wussten ja wann die Jacht mit den Jungs ausgelaufen war und mit welchem Ziel also konnten sie sich zurück halten um nicht gesehen zu werden. Sie blieben so weit von der Jacht entfernt, dass sie sie gerade noch auf dem Radar hatten.
Holger Ehlers war sehr ruhig. Er musste daran denken, dass er noch Kinder vor sich hatte. Und er musste an seinen eigenen Sohn, Erik denken. Auch er war mal in schlechte Gesellschaft gekommen. Gott sei Dank hatte er noch rechtzeitig den Absprung machen können.
„Wenn die Jungs bloß nicht zu tief da rein rutschten.“ meinte Jana. „Die verbauen sich doch die ganze Zukunft.“ Holger nickte. „Ja, und die Dealer profitieren davon. Genau deshalb suchen sie sich doch so junge Leute aus. Sie wissen genau, dass man sie nicht belangen kann. Schweine. Und sie selber sind dann verschwunden.“ „Diesmal werden wir dafür sorgen dass sie nicht verschwinden, Jana.“
Alle an Bord der Albatros waren der gleichen Meinung. Dann war plötzlich die Grenze da. Aber die schwedischen Kollegen meldeten, dass sie übernehmen. Die Albatros sollte nach Neustadt zurückkehren. Als Ehlers dies Gruber meldete, explodierte dieser fast: „Ehlers warten sie gefälligst an der Grenze, denn der eine Junge ist schließlich Deutscher, außerdem sollen die die Kinder laufen lassen. Wir brauchen Beweise um die Kerle hier festnageln zu können.“ Ehlers war mittlerweile auch nicht mehr ruhig nach dieser Predigt, aber er zwang sich zur Ruhe: „Herr Gruber, würden sie das mit den beteiligten Behörden klären und uns dann informieren.“ „Ehlers sie haben recht, tut mir Leid das ich sie so angefahren habe.“
In der Zentrale war nicht viel zu tun und trotz des gestrigen Unwetters war es heiß und stickig. Also machte Jan früh Feierabend und besorgte noch das Grillfleisch, denn Morgen traf sich die gesamte Mannschaft plus Anhang zum Grillen.
Nach einem großen Hallo, machten sich die Männer über den Grill her und sorgten für die Getränke. Die anderen Beilagen, durften die Frauen bereiten, dabei kamen Corinna und Rieke ins Gespräch. Julia hatte die beiden vorgestellt und so hatte Rieke erfahren das Corinna die Chefin der MEK sein würde.
„Sie sind tatsächlich bei der SEK?“ Rieke sah sie fragend an. „Ja das bin ich. Und bevor sie weiterfragen, ja ich bin im Augenblick noch die einzige Frau im Sonderkommando. Aber ich denke das wird sich ändern.“ „Sie meinen dass sich weiter Frauen bewerben werden?“ „Beworben haben sich schon einige, aber sie sind nicht durch die Prüfungen gekommen. Noch nicht.“ „Mein Mann hat sich bei der MEK beworben.“ Corinna nickte. „Ja Erik Lorenzen, ich weiß. Ist ihnen das nicht recht?“ Rieke zögerte. „Ich weiß nicht, ich mache mir natürlich so meine Gedanken und ich mache mir Sorgen um ihn.“ Corinna lächelte sie an. „Kann ich verstehen. Aber unsere Leute werden gut ausgebildet und wir passen aufeinander auf.“
Die Albatros war unterdessen nach Neustadt zurückgekehrt. Die Schweden hatten die Jungs bei der Übergabe der Drogen geschnappt und auch die Dealer verhaftet. Jetzt konnte auch die Crew an dem Grillabend teilnehmen.
Corinna war froh dass Holger da war. „Und wie ist es gelaufen?“ „Die Schweden haben die Falle zuschnappen lassen. Und dabei das ganze Drogenlabor ausgehoben. Dann haben sie uns die Jungs übergeben. Und die haben auch ausgepackt. Das wird für den Staatsanwalt reichen. Aber jetzt habe ich Hunger, wie wäre es wenn du mir was zu essen besorgst.“ Corinna lachte. „Hey, du verhältst dich ja schon wie ein Pascha.“……
