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Carsten Rocker – Komponist

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Musikkomponist der KüWA Carsten Rocker
J. Plötzner:
Die 9. Staffel der Küstenwache läuft ab dem 25.1.06 im ZDF. Hast Du für alle kommenden 14 Folgen die Filmmusik komponiert?
Carsten Rocker:
Ich war in der 9. Staffel zuständig für zwölf Folgen (an den letzten zwei Folgen arbeite ich z.Zt. noch). Für die anderen zwei Folgen habe ich jeweils die „Albatross“-Szenen vertont, da das „Albatross-Thema“ von mir ist.
J. Plötzner:
Wie bist Du dazu gekommen die Musik für die Küstenwache zu komponieren?
Carsten Rocker:
Es wurde ein neuer Komponist für die Küstenwache gesucht, und da ich schon einige Projekte für das ZDF gemacht hatte, bin ich als Komponist vorgeschlagen worden. Meine erste Folge war dann „Unter Druck“.
J. Plötzner:
Hast Du für Deine Arbeit ein eigenes Musikstudio? Oder arbeitest Du in einem Studio in Berlin?
Carsten Rocker:
Ich habe ein eigenes Musikstudio in dem ich die Musiken für Filme und Serien komponiere. Es ist in Köln, vielleicht bald auch in Berlin. Da man heute zum überwiegenden Teil die Musik mit Computern/Samplern etc. erzeugen kann, braucht man auch nicht mehr riesige Aufnahmeräume, in denen man 20 oder 30 Musiker aufnehmen kann. Es ist also leicht an einen privaten Haushalt anzugliedern, ohne dass man gleich eine große Halle anmieten muss.
J. Plötzner:
Ich habe im ZDF Interview gelesen das Du, sobald Du die Szenen siehst Dir dazu eine „Musikszene“ einfällt. Wie ist es im richtigen Leben. Hast Du in bestimmten Situationen auch „Musikszenen“ im Kopf?
Carsten Rocker:
Durchaus. Es gibt viele Momente im Leben, in denen automatisch Musik in meinem Kopf entsteht. Wenn ich ab und zu in meine Heimat fahre (in der Nähe von Jever) und dort an der Nordsee spazieren gehe, höre ich irgendwie fast immer innerlich Musik (meistens sinfonische Musik…). In solchen oder ähnlichen Situationen entstehen ab und zu auch Ideen, die ich später im Studio umsetzen kann.
J. Plötzner:
Wie viel von Deiner Persönlichkeit ist in jeder Deiner Kompositionen erhalten?
Carsten Rocker:
Diese Frage ist schwer zu beantworten. Mal mehr, mal weniger. Natürlich geben einem sowohl die Bilder als auch die Wünsche des Regisseurs bzw. der Produktion bis zu einem gewissen Grad vor, welche Art von Musik eine Szene oder auch eine ganze Folge/ein Film braucht. Aber es steckt irgendwo auch immer etwas von mir in der Musik, da ich ja meine Interpretation dessen, was erforderlich ist, abgebe. Gerade in emotionalen Momenten stecke ich sehr viel von meiner Persönlichkeit in die Musik, d.h. man kann dann z.B. mein Gefühl der Schwermut in einer melancholischen Szene hören. In der neuen Staffel gibt es einigen Folgen, die mich sehr berührt haben und in denen auch sehr viel von mir drinnen steckt.
J. Plötzner:
Wie lange brauchst Du bis Dir zu gewissen Szenen eine Musik einfällt? Gibt es auch „Ideenpausen“?
Carsten Rocker:
Leichter zu vertonen sind natürlich häufig die eben beschriebenen emotionalen Momente. Wenn ich für solche Szenen komponiere, fließt die Musik meistens geradezu. So etwas liebe ich sehr. Überhaupt mag ich gerne gefühlvolle Stoffe. Richtige „Ideenpausen“ gibt es an sich nicht, da mir immer etwas einfällt. Aber es kann bei der einen oder anderen Spannungsmusik mal bessere oder schlechtere Einfälle geben, und wenn ich das Gefühl habe, daß ich mich in solchen Szenen wiederhole, mache ich mittlerweile meistens erst einmal Pause oder ich schiebe eine emotionale Szene dazwischen.
J. Plötzner:
Wie lange brauchst Du für eine Episode um die Musik dafür zu komponieren?
Carsten Rocker:
Auch das unterscheidet sich sehr. Je mehr „Action-Szenen“ eine Folge hat, umso länger dauert es meistens. Diese Musiken sind zumeist sehr aufwendig und erfordern Zeit. Im Schnitt würde ich sagen, daß eine Episode zwischen einer oder zwei Wochen braucht und wenn es nicht viele Korrekturen gibt, ist sie dann auch fertig.
J. Plötzner:
Jeden Drehtag wird das Filmmaterial zur Bearbeitung nach Berlin geschickt. Beginnt dann auch schon Deine Arbeit?
Carsten Rocker:
Meine Arbeit beginnt in der Regel erst nach der Fertigstellung des Feinschnittes. Dann wird am Schnitt nichts mehr geändert und ich kann passend zum Bild die Musik schreiben.
J. Plötzner:
Bist Du schon einmal in Neustadt beim Drehen vor Ort im Studio gewesen?
Carsten Rocker:
Leider noch nicht. Ich würde gerne noch mal irgendwann dabei sein.
J. Plötzner:
Siehst Du Dir die Küstenwache nach Deiner Arbeit dann noch im Fernsehen an?
Carsten Rocker:
Meistens (immer wenn Zeit ist) schaue ich diese Folgen. Ansonsten nehme ich sie mir auf Video auf, damit ich sie mir hinterher noch anschauen kann.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Carsten Rocker für dieses Interview und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg.
Weitere Informationen erhalten Sie zudem unter www.carstenrocker.com
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