mit dem KüWa Maschinist Wolfgang
Unser Forummitglied und Mitadministratorin Kornelia Güthner war im April 2008 für 14 Tage in Neustadt in Holstein in Urlaub. In diesem Erlebnisbericht schildert sie, was sie an einem der Urlaubstage im Zusammenhang mit der Küstenwache erlebt hat.
Viel Spaß beim Lesen:
Dass es ein schöner Tag werden würde, dass konnte man schon am frühen Morgen sehen. Wir hatten von unserer Ferienwohnung einen tollen Blick auf den Strand von Pelzerhaken und die Bucht. Die Sonne meinte es aber auch gut – sie strahlte nur so vom Himmel und machte so richtig Lust auf Urlaub.
Wie besonders dieser Tag werden würde, davon ahnte ich beim gemütlichen Frühstück noch nichts. Mein Handy klingelte und sich sah auf das Display- die Nummer die da stand kannte ich nicht. Also ging ich ran. Die Stimme die sich meldete kannte ich aber umso besser – es war unser Forum Mitglied Hoki (Wolfgang)
Er fragte mich ob ich den Tag schon verplant hätte – ich sagte ihm wahrheitsgemäß nein – da ich wirklich keine Pläne gemacht hatte. Er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mir die „ALBATROS II“ anzusehen. Eines der beiden „Film Einsatzboote“ sei im Hafen und er könnte es mir zeigen.
Na hätte ich da Nein sagen sollen? Natürlich nicht, wer bekommt schon so eine Gelegenheit geboten. Die „ALBATROS II“ hautnah und von einem kompetenten Mann erklärt zu bekommen. (Ihr wisst ja das Hoki bei der Küstenwache arbeitet). Und so verabredeten wir uns für 10.00 Uhr an der Wache am Eingang zum Gelände.
Ich war so aufgeregt das ich schon 10 Minuten vor der Zeit an der Wache ankam, Hoki wartete schon auf mich und wir fuhren mit meinem Wagen runter zum Anleger. Unterwegs sagte Hoki mir das auch das Filmteam auf dem Gelände sein – wo wisse er allerdings nicht.
| Am Schiff angekommen |
Ja und dann waren wir da- dort am Anleger lag die „ALBATROS II“ und das Filmteam war auch dort – sie drehten also am Schiff. Wir beide gingen hinunter und dann schlug mein Herz plötzlich schneller. Genau vor dem Schiff stand „unser Kapitän“ Rüdiger Joswig im Gespräch mit der Regisseurin Dagmar von Chappuis.
| Regisseurin Dagmar v. Chappuis im Gespräch mit Rüdiger Joswig |
Wir grüßten freundlich als wir an den beiden vorbei gingen, wir wollten ja nicht stören und dann gingen wir an Bord.
Steil hoch ging es als erstes auf die Brücke – das Herzstück der „ALBATROS II“. Im Großen und Ganzen sieht sie so aus wie im Studio 2 nur nicht ganz so groß. Auch der Treppenaufgang ist in Wirklichkeit viel schmaler und steiler als auf der Filmbrücke. Man muss ganz schön klettern.
| Auf der Brücke |
Hier oben trafen wir auf den „Wachhabenden“. Er war sehr nett und wir haben uns eine ganze Weile unterhalten. Von ihm habe ich dann auch etwas über den „echten“ Dienst an Bord erfahren.
| Fast wie im Studio |
14 „Mann“ Besatzung fahren Schichten von 4 – 5 Tagen, die sie dann immer an Bord sind. Alles spielt sich dann an Bord auf engem Raum ab. Der Wachrythmus ist in 6 Stunden Schichten eingeteilt – 6 Stunden Wache und 6 Stunden Freiwache. Aber wenn ein Einsatz kommt dann muss jeder gleich da sein und anpacken. Für die beiden hier stationierten Boote sind 8 Besatzungen da, die im Wechsel die Boote führen.
Als wir da so mitten im Gespräch sind steht auf einmal Rüdiger Joswig auf der Brücke. Freundlich begrüßt er uns. Er scheint heute alleine „Dienst“ zu haben.
Und dann kommt auch schon von unten wo die Regisseurin steht das Kommando, die Szene soll geprobt werden. Und so sehen wir still zu.
Kapitän Ehlers läuft von der Brücke auf die Nock, nimmt das Fernglas an die Augen und scheint „da draußen“ etwas zu suchen. Über das Mikrofon ruft er immer wieder nach Wolfgang Unterbaur. Irgendwas muss da passiert sein.
2 – 3 – 4-mal wird das geprobt – aber irgendwie scheint es noch nicht zu stimmen. Und dann kommt die Bitte der Regie – man möge doch das Radar einschalten damit es so aussieht als ob die ALBATROS wirklich draußen auf See sei und nicht hier am Anleger. Und dann das ganze nochmal. Es ist schon eine Geduldsprobe für den Schauspieler. Und wieder läuft er hinaus und seine Rufe nach „Wolfgang“ werden immer beängstigender. Was ist da bloß los? Na wir werden es wohl in der nächsten Staffel sehen. Und dann werde ich mich daran erinnern dass ich LIVE dabei war.
Bei der nächsten Pause verlassen wir die Brücke und Hoki führt mich nach unten in den Bauch der „ALBATROSII“. Es ist nicht so groß wie es im Fernsehen aussieht, aber doch ein ganzes Stück größer als die alten Schiffe – die ich 2006 noch besichtigen konnte.
| Forummitglied Wolfgang Voelter |
An Bord ist alles was man so braucht wenn man mit 14 Leuten einige Tage auf See ist. Die Schlafkammern – nicht zu verwechseln mit Kabinen auf einem Kreuzfahrtschiff – Arbeitsräume, Wachräume, die Kombüse und die Messe. Ja und sogar Waschmaschinen gibt es an Bord – Hm, ob sie die frisch gewaschene Wäsche wohl an Deck im Seewind trocknen?
Im Herz des Bootes ist es warm – ziemlich warm – hier ist das Reich von „Wolfgang Unterbaur“ – und hier war auch mal das Reich von Hoki – der welch ein Zufall auch Wolfgang heißt! Hier arbeiten die Maschinen der „ALBATROS II“.
Als wir dann nach der Besichtigung aus dem Bauch der „ALBATROS II“ wieder die steile Treppe hinauf zur Brücke steigen, wird oben noch immer eifrig gearbeitet. Immer wieder läuft der „Kapitän“ auf die Nock mit dem Fernglas und ruft nach „Wolfgang“ – Hoki und ich grinsen uns an – wieso sucht er ihn, er steht doch hier!
Eine Weile sehen wir noch still zu – dann verabschieden wir uns und verlassen die „ALBATROS II“. Ob „Ehlers“ seinen „Wolfgang“ wohl heil zurück bekommt? Na hoffentlich doch!
Wir fahren hinauf zum Gebäude der „Einsatzzentrale“ und gehen in Hoki´s Büro wo wir bei einem Kaffee noch eine ganze Weile über die Arbeit der richtigen Küstenwache plaudern. Dann wird es Zeit sich zu verabschieden – ich bedanke mich noch mal bei Hoki das er mir diese einmalige Gelegenheit ermöglicht hat und verlasse das Gelände wieder.
| Aus dem Bullauge des Schiffes |
Ja das war wirklich ein unerwartetes und tolles Erlebnis, an dieser Stelle noch mal einen ganz lieben Dank an Hoki.
Eure Kornelia Güthner (Tuffi)
Fotos u. Bericht für Küstenwache.net: Kornelia Güthner
© 2008 www.kuestenwache.net
