„Todesfahrt nach Kriegers Flak“
Es ist Donnerstagmorgen um 9.00 Uhr. Die Sonne brennt zu dieser Zeit schon sehr in Neustadt/Holstein am Hafen. Auf dem Drehplan stehen diesmal wieder Szenen für eine Episode mit dem Arbeitstitel „Todesfahrt nach Kriegers Flak“. Geschrieben wurde das Drehbuch vom Autor Jörg Fröhlich.
Der heutige Szenendreh handelt vom Anfang der Episode. Dieser wird immer vor dem Vorspann gezeigt. Am Anfang einer Episode ist die Welt noch in Ordnung. So auch in diesem Fall.
– Neustadt erwacht so langsam an diesem Morgen. Eine Drehorgelspielerin steht am Hafen und macht Musik, eine Mutter mit ihrer Tochter bleibt fasziniert vor der Drehorgel stehen und wirft etwas Kleingeld als Anerkennung in ein Schiffchen auf der Drehorgel. Frank Tönz (Stefan Gubser) kommt ebenfalls vorbei und wirft auch eine Münze in das Schiffchen.
| Komparsin Babara Julius an der eigenen Drehorgel. „Frank Tönz“ (Stefan Gubser) spendet einen Obulus |
Sie bedankt sich freundlich und während er „schlendernd“ weitergeht kommt ihm Jens Laudrup (René Hofschneider) vollbepackt entgegen und geht an ihm vorbei zu seinem Tauchboot um dieses zu beladen. Im Hintergrund flickt ein Fischer seine Netze.
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| „Frank Tönz“ (links), „Jens Laudrup“(mitte), Babara Julius an der Drehorgel (rechts) |
Tönz erkennt Laudrup, dreht um und läuft ihm immer noch „schlendernd“ hinterher, vorbei an der Drehorgelspielerin die ihn immer noch freundlich ansieht.
| „Frank Tölz“ folgt „Jens Laudrup“ |
Dann nimmt diese anfangs so idyllische Szenerie ihren schicksalhaften Lauf der alle Zuschauer vor Spannung den Atem stocken läßt.
Die Filmcrew war an diesem Morgen schon sehr früh mit ihren LKW´s zum Hafen gefahren um am Netzplatz das Set aufzubauen. Statt Regenmantel gab es diesmal Sonnencreme für das Filmteam denn die Sonne brannte wirklich extrem vom Himmel.
Unter der Regie von Nicolai Albrecht und seiner Regieassistentin Johanna Pfaff (Tochter des Schauspielers Dieter Pfaff) entsteht eine neue Episode der Küstenwache.
| Regisseur Nicolai Albrecht im Gespräch mit Torsten Butzkow |
| Johanna Pfaff die Regieassistentin |
Ein Teil der Szene spielt an diesem Vormittag auf einem Steg, der zu einem Boot des „Tauchclubs Nautilus“ führt. Dort kommen Tönz und Laudrup ins Gespräch.
Um diese Szene zu drehen wurde auf einem parallelen Steg wieder die Kameraschiene eingesetzt, welche die Schauspieler „begleitend“ verfolgt.
| Die Kameraschine auf dem Steg |
Obwohl die Sonne vom Himmel brennt wurden Scheinwerfer aufgestellt, welche die Szenerie zusätzlich ausleuchten müssen.
| Scheinwerfer leuchten trotz Sonne die Szene aus |
Während der Tonassistent Martin mit einem Mikrofon versucht den Ton einzufangen…
| Der Ton wird „eingefangen“ |
…sitzt der Tonmeister Sigfried Busza vor seinem Tonaufzeichnungsgerät und bedient verschiedene Regler um den richtigen „Ton“ einzustellen.
| Siggi und das Aufnahmegerät |
Wenn ich es richtig gesehen habe, nennt „Siggi“ dieses Tonaufzeichnungsgerät liebevoll „Susi“. „Ich werde ihn beim nächsten mal Fragen ob es stimmt.“
| „Susi“? |
Und so wird den ganzen Vormittag unter der prallen Sonne gefilmt. Um sich vor der Sonne zu schützen hat sich die Filmcrew gut eingecremt und einen Sonnenschirm aufgespannt.
| Das Filmteam unterm Sonnenschirm |
Am Nachmittag wurde dann auf der Ostsee weitergedreht.
Als Zuschauer hat man wirklich keine Ahnung was hinter der Kamera geschieht und unter welchen Bedingungen ein Film entsteht. Im Fernsehen sieht es später alles „fließend“ aus. Doch die Filmcrew investiert wirklich viel Arbeit um den Zuschauer für 45 Minuten aus seinem Alltag auf eine Reise mitzunehmen, die das Drehbuch vorgibt.
| Die Schauspieler dieser Szene Stefan Gubser (als Frank Tönz) und René Hofschneider als (Jens Laudrup) |
