Historisches Fanpage-Archiv

Mein Besuch bei der OPAL Film

Vorwort zum Bericht:

Ich war am 17.05.2006 zu besuch bei der OPAL Film in Berlin und habe diesen Bericht erst Ende 2007 geschrieben. Warum werden Sie sich fragen? Das erkläre ich Ihnen nachfolgend.

Die Beantwortung dieser Frage ist aber nicht so einfach. Zum größten Teil hat es wohl aus Ehrfurcht meinerseits so lange gedauert. Selbst nach dem Start der Fanpage 2005 ist es für mich immer noch ein großes Erlebnis dass ich die Möglichkeit habe den Fans die Serie zu erklären und für diese „Hinter die Kulissen“ schauen und sogar als Komparse mitzuwirken zu dürfen. Und dabei ist für mich nichts Selbstverständliches, sondern eine große Ehre wofür ich sehr dankbar bin. Doch nun genug der vielen Worte. Viel Spaß beim Lesen.

Ein Slogan besagt „Berlin ist immer eine Reise wert“. Für mich war diese Reise in vielen Punkten wertvoll, denn ich folgte unter anderem einer Einladung zur OPAL Film Produktion nach Berlin Charlottenburg. Dort befindet sich nämlich das OPAL Media Haus der Filmproduktion. Hier werden verschiede Projekte in Sachen Film und Fernsehen geplant, bearbeitet und umgesetzt. (Siehe Rubrik OPAL Filmproduktion -> Produktionen)

opal1.JPG
Das OPAL Film Stammhaus in Berlin Charlottenburg

Meine Reise führte mich schon einen Tag vorher in die deutsche Hauptstadt. Nach 4 Stunden Autofahrt von Neustadt in Holstein bin ich am späten Nachmittag in Berlin angekommen und bezog sogleich ein Hotel am Kürfürstendamm. Nach einem Abend im Theater mit anschließendem Bummel über den Kurfürstendamm ging ich voller Vorfreude auf den nächsten Tag in meinem Hotel schlafen.

Am nächsten Vormittag war noch ein wenig Zeit für eine Sightseeing-Tour durch Berlin bevor ich mich auf dem Weg nach Berlin Charlottenburg machte. Vorher „bestieg“ ich noch den Ostberliner Fernsehturm und genoss die Aussicht auf eine Weltmetropole.

Turm1.JPG
Der Ostberliner Fernsehturm
Turm2.JPG

Dann wurde es Zeit, denn Berlin Charlottenburg befindet sich im Westteil der Stadt. Bevor ich meinen eigentlichen Termin bei der OPAL Film hatte bin ich dort in der Nähe noch in ein Kaffee gegangen und habe mich auf meinen Besuch und die Fragen die ich stellen wollte vorbereitet. Je näher der Zeitpunkt des Treffens kam umso aufgeregter wurde ich.

Und dann betrat ich das OPAL Media Haus in Berlin Charlottenburg und war ganz überrascht, denn eine richtige Vorstellung von der Produktionsfirma der „Küstenwache“ hatte ich eigentlich nicht.

empfang1.JPG
Frau Kruschke am Empfang

Alles war sehr hell und wirkte freundlich modern. Im Erdgeschoss gab eine Art Empfangsbereich wo mich die Mitarbeiterin Frau Babara Kruschke begrüßte und in Empfang nahm.

empfang2.JPG
Die „Küstenwache“ am Empfang

Dann kam eine Mitarbeiterin aus der Abteilung von Frau Ursula Pfriem, der Producerin der Küstenwache und führte mich im OPAL Haus in die Etage in der die Küstenwache geplant und bearbeitet wird. Gearbeitet wird hier im OPAL Haus im Gegensatz zum Drehort Neustadt ganzjährig.

fotoopal.JPG
Von links nach rechts: Franziska Hexel (Producer Ass.), Kristina Kojundzija (Producer Ass.), Christiane Rölli (Casting), Ursula Pfriem (Executive Producer), Kerstin Lipownik (Producer) Vorne sitzend: Rainer Dombrowsky (Dramaturg)

In dieser Abteilung wird sehr intensiv mit den einzelnen Autoren zusammengearbeitet. Hier werden Ideen für Themen und Vorgaben der neuen Episoden gesucht und bearbeitet. Dann wird immer wieder am Drehbuch gearbeitet und „gefeilt“ bis es dann endlich fertig ist. Da vergehen dann schon einige Monate. Wenn ein Drehbuch fertig gestellt wurde, werden zu den einzelnen Charakteren die passenden Schauspieler gesucht. Dafür gibt es dann eigens zwei Räume in denen sich nach Damen und Herren die „Demobänder“ von Schauspielerinnen und Schauspielern befinden.

casting_1.JPG

Bis unter die Decke gibt es hier Demobänder von hunderten von Schauspielern. In dieser „Bibliothek“ zu stehen war absolut beeindruckend. Und so verbringen die Mitarbeiter hier oft Tage den „richtigen Schauspieler“ zu finden.

casting_2.JPG

Danach ging es in den Schneiderraum. Ich habe mir einen Schneideraum,sicher wie viele Zuschauer als großen Raum vorgestellt in dem die ganzen Filmnegativabschnitte auf einem großen Tisch zu einer Filmrolle (Episode) zusammengeschnitten werden. Als ich dann in diesem besagtem Schneideraum stand wunderte ich mich doch sehr. Wo sind die vielen endlos langen Filmnegativabschnitte? Nichts davon zu sehen. Statt dessen saßen in einem Raum einige Mitarbeiter der OPAL Film mit der Regisseurin Dagmar von Chappuis vor Computerbildschirmen auf denen Hermann Gruber (Michael Kind) in seinem Büro in der Einsatzzentrale zu sehen war.

schneideraum.JPG
Im Schneideraum

Vorher wurde das Bild- und Tonmaterial direkt von Neustadt in Holstein nach dem Dreh nach Berlin Babelsberg gebracht wo es entwickelt und als Negativband auf Video kopiert wird. Dieses „Negativvideo“ wird dann bei der OPAL Film in einen Computer eingespielt. Nun arbeiten der Cutter und Regisseur direkt zusammen um dieses Negativmaterial zu einer Folge „zusammen zu bauen“. Lichtverhältnisse werden geprüft und angeglichen. Der Ton (Sprache) wird genauestens eingearbeitet und die Musik dazu gespielt. Dies ist natürlich in diesem Bericht gekürzt wiedergegeben. Es ist eine sehr intensive Arbeit und dauert oft Tage und ganze Nächte lang. Am Ende ist eine neue Folge der Küstenwache entstanden. Nun bekommt das ZDF eine Fassung zur Ansicht. Dort wird dann die „Endabnahme“ vorgenommen. Wenn alles den Vorgaben entspricht, dann ist eine neue Folge entstanden und kann gesendet werden.

So ging für mich ein interessanter Tag in Berlin zu Ende und ich war eine entscheidende Erfahrung reicher. Als Zuschauer sieht man auf dem Bildschirm in 45 Minuten das Ergebnis einer Arbeit, die man sich nicht vorzustellen vermag.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz persönlich für diesen interessanten Einblick in eine Produktion bedanken.

Text und Fotos: jp