Der vielseitige Schauspieler René Harder spielt in der 9. Staffel in der Episode „Duell auf See“ eine Gastrolle.
René Harder, 1971 geboren und aufgewachsen in Konstanz.
Schauspiel- und Regiestudium am Staatlichen Institut St. Petersburg (Russland), Studium der angewandten Theaterwissenschaften in Giessen (bei Heiner Goebbels, Jean-Marie Straub) und Abschluß als Diplom Regisseur am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Uni-Hamburg (Jürgen Flimm, Christof Nel, Wolfgang Engel u.a.).
Seit 1998 freischaffend tätig an verschiedenen Theatern in Hamburg, Görlitz und Leipzig als Regisseur, Autor und Schauspieler. Nach der Auseinandersetzung mit klassischen Stücken wie „Elektra“ von Sophokles (Studioproduktion Zeisehallen, Gastspiele in Bremen, Zürich, Potsdam, Kassel) oder Kleists „Käthchen von Heilbronn“ (Kammerspiele Hamburg) trat René Harder zunehmend mit Stücken in Erscheinung, die er selbst schrieb oder mit dem Ensemble entwickelte.
Das Stück „Kalte Platte“ (Thalia Theater Hamburg/TiK) mit der Obdachlosentheatergruppe Obdach-Fertik-Los, fand 1998 großes Echo beim Publikum wie Medien. Die Aufführung „Der Gottesacker blüht“ auf einem ehemaligen Barockfriedhof wurde „eine der ganz wenigen Kultveranstaltungen des Musiktheaters, die es in Deutschland zur Zeit gibt“ (Bernd Feuchtner, Redakteur Opernwelt, 2003) und ist weiterhin jeden Sommer in Görlitz zu sehen. Das Stück erschien als Buch 2003 im Chichinebs-Verlag-Görlitz.
Im WS 2004/05 künstlerischer Gastdozent am Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen (IKS), Hochschule Görlitz/Zittau.
Sein „Geh-Hör-Gang“ (72min.), ein begehbares Hörspiel durch die historische Altstadt von Görlitz zum Heiligen Grab, ist offizieller Bestandteil der Görlitzer/Zgorzelecer Bewerbung als Kulturhauptstadt 2010, wie auch die jüngste Theaterproduktion „Kinder der Musik“. Görlitz wurde im März 2005 neben Essen aus zehn Bewerbern nominiert.
Seit 1999 als Schauspieler für Film und Fernsehen tätig, Harder war zu sehen in Großstadtrevier, Die Wache, Rettungsflieger, Lindenstraße (Episodenhaupt- und Nebenrollen) und anderen Serien, sowie zahlreiche Kinokurzfilmen. Regie und Drehbücher für Kurzfilme („nah dran“, DigiBeta 20 min, „Der erste Blick“, DV 30 min, Festivalteilnahme: Nordische Filmtage Lübeck 2003) und mit Jan Hinrik Drevs zusammen den 90 min.-Film für Arte/NDR „Herr Pilipenko und sein U-Boot“ (geplante Ausstrahlung Okt. 2006).
Als Paul-Maar-Stipendiat nahm René Harder an der Dramatikerwerkstatt in Wolfenbüttel 2002 teil.
René Harder ist verheiratet und Vater von zwei Kindern, lebt in Hamburg.
Infos von www.reneharder.de
Und hier nun das Interview:
J. Plötzner:
Meinen Recherchen zufolge sind Sie Schauspieler, Regisseur und Autor. Was reizt Sie mehr von diesen genannten Tätigkeiten?
René Harder:
Die Abwechslung! Diese Frage wird mir oft gestellt und ich hätte mich längst entschieden, wenn ich einer Tätigkeit den Vorzug geben würde. Statt mich zu spezialisieren suche ich die Vielfältigkeit.
J. Plötzner:
Sie stehen sowohl auf der Bühne, als auch vor der Kamera. Wie groß sind die Unterschiede?
René Harder:
Für mich sind das zwei verschiedene Berufe. Auf der Bühne liebe ich exzentrische Figuren und versuche, mich so weit wie möglich ins Extreme zu wagen. Im Fernsehen geht es für mich darum, die Figur und den Text an mich heran zu ziehen, mir zu eigen zu machen.
J. Plötzner:
Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rollen vor?
René Harder:
So vielfältig wie die Rollen. Bei der Küstenwache ging es darum, mich an eine Zeit zu erinnern, da ich selbst ständig auf dem Wasser war und die Kommunikation weniger über Worte als über Blicke lief.
J. Plötzner:
Haben Sie trotz Ihrer Vielseitigkeit noch „Lampenfieber“?
René Harder:
Gerade wegen der Vielseitigkeit. In keinem Bereich kann ich mich auf Routine verlassen.
J. Plötzner:
Sie spielen das erste Mal bei der Küstenwache mit. Wie waren die Dreharbeiten?
René Harder:
Dagmar von Chappuis ist ein sehr angenehmer Mensch und eine tolle Regisseurin. Dank ihr, den netten Kollegen und dem Meer waren es sehr schöne Tage.
J. Plötzner:
In welcher Rolle werden wir Sie bei der Küstenwache sehen?
René Harder:
Ulf Andersen ist ein junger Fischer, der an Bord nicht viel zu sagen hat.
J. Plötzner:
War diese Rolle eine Herausforderung für Sie?
René Harder:
Zunächst ist die Rolle nicht gerade groß. Dennoch war es für mich eine Herausforderung eine Figur zu spielen, deren Lebensrealität so weit von meiner eigenen entfernt ist.
J. Plötzner:
Sie haben auch schon in anderen Serien mitgespielt. Wie z.B. bei den Rettungsfliegern, Großstadtrevier, Lindenstraße, Die Wache etc. Sind Serienproduktionen für einen Schauspieler interessanter wie Film oder Kinoproduktionen?
René Harder:
Für einen Schauspieler macht es gar nicht unbedingt – von Hauptrollen abgesehen – einen großen Unterschied, für welches Format man spielt. Das hängt mehr vom Regisseur der jeweiligen Produktion und den übrigen Bedingungen innerhalb eines Formates ab. Ich werde überwiegend in Serien solchen Serien besetzt, wie mein Debüt im Fernsehen war. Und da war ich über einen Zufall gelandet.
René Harder:
In welcher Rolle haben wir Sie bei den Rettungsfliegern gesehen?
J. Plötzner:
Ein Hafenarbeiter, der eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt.
J. Plötzner:
An welchen Projekten arbeiten Sie zur Zeit?
René Harder:
Gerade habe ich, zusammen mit Co-Regisseur und Co-Autor Jan Hinrik Drevs, den Film „Herr Pilipenko und sein U-Boot“ (90 min. Arte/NDR) fertig gestellt. Ich hoffe, dass er mir Gelegenheit geben wird, ihn auf manches Festival zu begleiten… Ansonsten arbeite ich an einem Theaterstück, einem Auftragswerk, das ich bald abgeben muss, und probe die Wiederaufnahme und polnischen Erstaufführung meines Stückes „Kinder der Musik“ im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung von Görlitz 2010.
J. Plötzner:
Ich bedanke mich bei Ihnen für dieses interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. Die Fans der Küstenwache sind sicher schon alle auf Ihren Auftritt gespannt.
René Harder:
Danke für das Interesse! Beste Grüße aus Hamburg
